Basler Verkehrs-Betriebe

Noch ein Wechsel bei den BVB: Der umstrittene Vize verlässt das Unternehmen

Nächster Wechsel in der Führungsriege der BVB: Vizedirektor Stefan Popp verlässt das Unternehmen.

Der intern kritisierte Vizedirektor der Basler Verkehrs-Betriebe Stefan Popp verlässt das Unternehmen. Dies, nachdem vor 50 Tagen der neue Direktor das Amt aufgenommen hatte. Am Freitag zeigte Stehrenberger vor den Medien auf, wie er das Unternehmen in die Zukunft führen will.

Ein attraktiver Service public für die trinationale Region Basel: Das ist das oberste Ziel des neuen BVB-Direktors. Der Verwaltungsrat hatte Stehrenberger Mitte Juli zum Nachfolger von Erich Lagler ernannt. Dieser war im Juni als Direktor wegen der scharfen Kritik der Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Basler Grossen Rats an den BVB per sofort zurückgetreten.

Bei den BVB gebe es durchaus Bereiche, die gut funktionieren, hielt der neue Direktor am Freitag vor den Medien fest. Das Unternehmen verfüge namentlich auch über ausgezeichnetes Personal. Allerdings müssten nun Rahmenbedingungen geschaffen werden, die den Angestellten der BVB einen guten Job ermöglichten, sagte Stehrenberger, der seit 2016 im Unternehmen tätig ist.

Zuerst: Ein Herz für die Mitarbeiter

Die Mitarbeiterzufriedenheit, die sich bei den BVB in den letzten Jahren massiv verschlechtert hat, ist Stehrenberger ein wichtiges Anliegen. «Sie ist die Basis für erstklassige Dienstleistungen für unsere Fahrgäste», hielt der 53-Jährige fest. Verbessern will der neue BVB-Chef auch die Zusammenarbeit mit den Personalverbänden und die Kommunikation mit verschiedenen Anspruchsgruppen.

Was den Unterbestand beim Personal betrifft, soll dieser bis Ende Jahr behoben sein, kündigte Stehrenberger an. Dann soll es auch keine Kursausfälle wegen Personalmangels mehr geben.

Umstrittener Finanzchef und Vizedirektor Popp geht

Gestoppt hat Stehrenberger die noch von seinem Vorgänger eingeleitete Zusammenführung der Geschäftsbereiche Infrastruktur und Technik. Beide Bereiche werden wieder separat geführt und so auch wieder in der Geschäftsleitung vertreten sein. Zuständig für die Infrastruktur ist Ramon Oppikofer, der den neuen und nun wieder aufgehobenen Geschäftsbereich Anlagen & Fahrzeuge geleitet hatte.

Die Leitung des Geschäftsbereichs Technik wird ausgeschrieben. Ebenfalls ausgeschrieben werden muss der Geschäftsbereich Finanzen: Der bisherige Finanzchef Stefan Popp, der auch als Vize-Direktor amtierte, hat am Freitag gekündigt. Er verlasse die BVB auf eigenen Wunsch, sagte Verwaltungsratspräsidentin Yvonne Hunkeler.

Die die dem Kanton Basel-Stadt gehörenden BVB mit ihren fast 1250 Mitarbeitenden stehen laut ihrem neuen Direktor vor grossen Herausforderungen. Zu diesen zählt Stehrenberger auch den Umgang mit dem neuen Phänomen der Mikromobilität.

Neues internes Gremium fürs Angebot

Für die BVB stelle sich die Frage, ob sie in diesem Bereich Angebote schaffen will - allein oder mit Partnern, sagte Stehrenberger. Mit solchen Fragen befassen soll sich bei den BVB ein neu geschaffenes interdisziplinäres Fachgremium aus Vertretern der Geschäftsbereiche Infrastruktur, Technik und Verkehr.

Als weiteren Schwerpunkt verwies Stehrenberger auf einen haushälterischen Umgang und einen zielgerichteten Einsatz der finanziellen Mittel. Dies beinhalte auch eine konsequente Ausrichtung auf die Eignerstrategie des Kantons. Damit die BVB rechtzeitig geeignete Massnahmen treffen können, braucht es laut dem Direktor noch langfristige Planungsgrundlagen.

Hunkeler: «Der richtige Direktor»

Stehrenberger ist seit drei Jahren bei den BVB tätig. Zuerst war der frühere SBB-Mann für die Infrastruktur zuständig. Bis zu seiner Wahl als Direktor leitete er danach den Bereich Verkehr. Seine Nachfolge dort soll bald geregelt werden, hiess es am Freitag.

Nach dem sofortigen Rücktritt des früheren Direktors sei Stehrenberger im Verwaltungsrat von Anfang an als einziger möglicher interner Nachfolger festgestanden, sagte VR-Präsidentin Hunkeler. Seine Wahl sei einstimmig erfolgt. Mit seinen langjährigen und profunden Branchenkenntnissen sowie seinen Führungsqualitäten sei er der richtige Direktor für die BVB, zeigte sich Hunkeler überzeugt.

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