Wohnen

Noch eine Massenkündigung für Mieter in Basel – jetzt triffts das Gotthelfquartier

Die Mieter der Sennheimerstrasse 50-54 haben ihre Kündigung erhalten. Die Häuser gehören der Zürich Versicherung.

Die Mieter der Sennheimerstrasse 50-54 haben ihre Kündigung erhalten. Die Häuser gehören der Zürich Versicherung.

Im Basler Gotthelfquartier kommt es nun ebenfalls zu einer Massenkündigung in einer Liegenschaft. Betroffen sind laut Basler Mieterverband 26 Parteien. Erst vergangene Woche wurde von einer Massenkündigung im Gellert berichtet. Eigentümerin ist in beiden Fällen die Zurich Versicherung.

Eine Woche nach der Kündigung von 45 Mietparteien an der Adlerstrasse im Gellert vermeldete am Montag der Basler Mieterverband, dass die Zurich Versicherungen auch im Gotthelf 26 Mietparteien in einer Liegenschaft an der Sennheimerstrasse gekündigt hat. Was der Verband nicht sagte: Beide Massenkündigungen wurden am selben Tag bekanntgegeben.

Die Zurich begründet die Kündigungen mit Sanierungsbedarf. «Die Liegenschaften sind alle rund 40 Jahre alt und unsaniert. Deshalb sind umfassende Sanierungsarbeiten notwendig, die einen Verbleib der Mieter in den Wohnungen verunmöglichen», sagt Sprecher David Schaffner. In diesem Zug würde die Zurich zudem eine Verdichtung von Wohnraum prüfen, was dem Wunsch des Kantons entspräche.

Die Mieter der Sennheimerstrasse 50-54 haben ihre Kündigung erhalten.

Die Mieter der Sennheimerstrasse 50-54 haben ihre Kündigung erhalten.

Schliesslich verweist die Zurich darauf, dass die Liegenschaften ihrer Anlagestiftung gehören, der Ertrag damit den Versicherten zugutekomme. «Angesichts des Tiefzinsumfelds besteht ein öffentliches Interesse, dass die Versicherten mit ihren Pensionskassen mitteln, die in Immobilien investiert sind, eine angemessene Rendite erzielen können und sanierungsbedürftige Liegenschaften in der üblichen Frist saniert werden», so Schaffner.

Streit um die Vereinbarung mit den Mietern

Der Mieterverband wehrt sich gegen die Kündigungen. Er bezeichnet das Angebot der Zurich an die Mieter als «Mogelpackung». Der Versicherer widerspricht: Zurich mache den Mietern einen «fairen, marktüblichen und juristisch korrekten» Vorschlag zur Erstreckung der Mietfrist.

Damit könnten sie bis Juli 2022 in der Liegenschaft bleiben und innerhalb von zwei Jahren eine neue Wohnung suchen. Der Mieterverband kritisiert, dass die Mieter damit auf sämtliche Einsprachen gegen rechtswidrige Kündigungen und Baugesuche sowie auf ein längeres Bleiberecht von bis zu vier Jahren verzichten würden.

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