Petition

Noch mehr Lärm um Kirchen: Basler Glockengegner im Aufwind

Nach der Beschwerde gegen die Antoniuskirche melden sich nun weitere Personen wegen anderer Kirchen und deren regelmässigem Gebimmel. (Symbolbild)

Nach der Beschwerde gegen die Antoniuskirche melden sich nun weitere Personen wegen anderer Kirchen und deren regelmässigem Gebimmel. (Symbolbild)

Erst kürzlich wehrten sich über hundert Anwohner im St. Johann gegen das Geläut der Antoniuskirche. Jetzt meldet sich mit Marcel Heizmann ein Kleinbasler Anwohner ebenfalls mit einer Petition zu Wort. Auch das Gebimmel in Kleinhüningen stört.

Heizmann startete seine Petition Mitte Juli. Deren Gegenstand ist nicht kirchliches, sondern bürgerliches Geläut. So schreibt er darin: «Seit Armbanduhren, Wecker und Handys allgegenwärtig sind, haben die viertelstündlichen Glockenschläge ihre Funktion als Zeitanzeige verloren.»

Die Petition fand schnell Anklang. Am 3. Oktober reichte der Petent sie mit 114 Unterschriften von unmittelbaren Anwohnern des Gotteshauses beim Sekretariat der evangelisch-reformierten Kirche ein. Die Forderung: Die nächtlichen Schläge während der gesetzlichen Ruhezeit sollen unterlassen werden. Deren 123 ertönen jeweils zwischen 23 und 7 Uhr.

«Auch Traditionen dürfen sich ändern»

Die Petenten sind der Meinung, dass das Ruhebedürfnis stärker zu gewichten sei als lieb gewonnene Geräuschgewohnheiten: «Traditionen dürfen sich ändern und den Bedürfnissen der Menschen anpassen. Wir wollen keine Verbannung der Glocken, sondern wünschen eine Reduzierung der Einsatzzeiten», so der Petitionstext.

Initiator Heizmann musste einen Heidenaufwand betreiben, bis sein Anliegen Gehör fand. Oder zumindest entgegengenommen wurde. Mitte 2018 verweist ihn der Kanton ans Stadtteilsekretariat, dieses vermittelt ihn an die Kirchenverwaltung, weiter geht es zur IWB und wieder zurück zur Kirche. Deren Sekretariat teilt ihm rund acht Monate später auf Nachfrage mit, sein Anliegen werde nun an die zuständige Stelle weitergeleitet.

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