Seit dem 2. Quartal 2008 ist die Zahl der Grenzgänger aus dem an Basel angrenzenden Landkreis Lörrach von knapp 20'000 auf über 25'000 gestiegen. Die Zahlen stammen von der Wirtschaftsregion Südwest, die sich ihrerseits auf die Daten des Schweizer Bundesamts für Statistik stützt, die die Grenzgängerbewilligungen erfasst.

Die Organisation ist für die Wirtschaftsförderung der Landkreise Lörrach und Waldshut zuständig. Gemeinsam stellen diese beiden Landkreise mit 42'000 Grenzgängern rund 60 Prozent sämtlicher deutscher Grenzgänger, die in der Schweiz arbeiten. Ihre Zahl beläuft sich auf gut 70'000.

Da eine Bewilligung nicht unbedingt bedeutet, dass die Person auch in der Schweiz arbeitet, haben die Statistiker aus Bern die Zahl um etwa 15 Prozent nach unten korrigiert. Auch die Zahlen zu den Entwicklungen in den Kommunen stützen sich jeweils auf diese Angaben.

Der bz lagen für diesen Artikel die jeweils zwölfseitigen Studien zur Entwicklung der deutschen Grenzgängerzahlen von 2011 bis 2014 vor. Neben dem stetigen Zuwachs der Zahlen ist darin auch erkennbar, wo die Grenzgänger in der Schweiz arbeiten und wo sie in Deutschland wohnen.

Vier deutsche Hauptwohnorte

Die Tendenz ist dabei immer gleich geblieben: Zirka zwei Drittel der deutschen Grenzgänger aus dem Landkreis Lörrach lassen sich in den Basel nahen Gemeinden Lörrach, Badisch-Rheinfelden, Weil am Rhein und Grenzach-Wyhlen nieder. Der Rest verteilt sich zum Beispiel auf Gemeinden im Wiesental wie Schopfheim und Zell oder Orte wie Efringen-Kirchen, Steinen, Kandern, Inzlingen und Binzen.

Badisch-Rheinfelden ist der einzige Wohnort, von dem die Grenzgänger ungefähr in gleichem Ausmass in die Kantone Basel-Stadt, Baselland und Aargau pendeln, was sich unschwer aus der geografischen Lage erklären lässt. Hier arbeiten sogar mehr Personen im Aargau als im Baselbiet. Aus ähnlichen Gründen dürften auch in Grenzach-Wyhlen immerhin 361 Grenzgänger im Aargau tätig sein, das ist mehr als die Hälfte der Zahlen für Baselland und ein Viertel der Zahlen für Basel-Stadt. Wie für Lörrach und Weil am Rhein bleibt Basel allerdings auch für Grenzach-Wyhlen der mit Abstand wichtigste Arbeitsort.

Von den rund 25 000 Grenzgängern aus dem Landkreis Lörrach arbeiten mit 13'300 mehr als die Hälfte in Basel, im Baselbiet sind es 6700 und im Aargau 3600. Zürich mit 550 und Solothurn mit knapp 500 folgen mit viel Abstand.

Warten auf die Quote

In ihrer Medienmitteilung verweist die Wirtschaftsregion Südwest darauf, dass der Trend zum weiteren Anstieg der Grenzgängerzahlen sich trotz der Volksabstimmung zur Masseneinwanderung fortgesetzt habe. Wie sich die Zahlen weiter entwickeln, müsse sich zeigen, «wenn die Kantone sich mit dem Bund auf eine geplante Quote für Grenzgänger aus den umliegenden Ländern geeinigt habe».

Geschäftsführer Alexander Maas äussert sich so: «Es wird spannend sein zu sehen, welchen Einfluss Faktoren wie die aktuelle Frankenstärke und die politischen Entwicklungen auf die Grenzgängerzahlen haben werden.»