Offener Brief
Nordwestschweiz fordert gemeinsam den Wisenbergtunnel

Regierungsräte unterschreiben in Basel einen Offenen Brief an Verkehrsministerin Doris Leuthard mit der Bitte, ihre Heimat zu unterstützen.

Boris Burkhardt
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bz Basellandschaftliche Zeitung

«Der Wisenbergtunnel ist international, national und regional unabdingbar»: Diese klare Botschaft ist der Betreff eines Offenen Briefes an Verkehrsministerin Doris Leuthard, den die Regierungsvertreter der Nordwestschweizer Kantone Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn heute in Basel symbolisch unterschrieben. Die Aktion wird unterstützt von Vertretern der Exekutive, Legislative, der Wirtschaft und der Verkehrsverbände aller vier Kantone.

Die Durchstiche im Gotthard und im Lötschberg machten nur Sinn, waren sich die Regierungsvertreter einig, wenn gleichzeitig die Zuläufe zur Neat im Norden genügend Kapazität hätten. Sie betonten Basels Rolle als Einfallstor aus dem ganzen Nordwesten Europas in die Schweiz. «Masslos» sei deshalb die Enttäuschung darüber, dass der Wisenbergtunnel als dritter Juradurchschnitt nicht ins Konzept «Bahn 2030» aufgenommen wurde, sagte Dieter Schenk, Geschäftsführer des Komitees «Pro Wisenberg». Die SBB hatten noch diese Woche gegenüber der Basellandschaftlichen Zeitung argumentiert, die Route über das Fricktal und den Bözberg habe genügend Kapazitäten für den Güterverkehr der Zukunft.

Der Baselbieter Regierungsrat Peter Krähenbühl fürchtet unter anderem, die geplante Verdichtung des S-Bahn-Taktes im Ergolztal könne ins Hintertreffen geraten, wenn sich Güter- und Regionalverkehr in Zukunft auf zu wenigen Schienen den Platz streitig machten. Mit dem Bau des Adlertunnels zu Beginn der Neunziger sei ein hoffnungsvoller Anfang gemacht worden, auf den bisher nichts mehr passiert sei.

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