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Novartis baut in Schweizerhalle aus

Schweizerhalle ist für Novartis nach wie vor ein wichtiger Standort für die chemische Produktion.

Schweizerhalle ist für Novartis nach wie vor ein wichtiger Standort für die chemische Produktion.

Der Pharmariese Novartis investiert rund 70 Millionen Franken in eine hochmoderne Produktionsanlage. Diese Erweiterung findet beim Standort Schweizerhalle in Muttenz statt.

In den kommenden Monaten erweitert Novartis die Produktion am Standort Schweizerhalle. In einem bestehenden Gebäude entstehen zwei zusätzliche Produktionslinien zur Herstellung von komplexen Wirkstoffen. Für deren Produktion werde ein spezielles Equipment benötigt, das nun am Standort aufgebaut werde, erklärt Novartis-Sprecher Satoshi Sugimoto. «Dies ist eine Investition in den Standort, der damit seine Kernkompetenz in der Herstellung neuartiger Wirkstoffe weiter festigt.»

Genauere Angaben zur verwendeten Technologie und zum Wirkstoff macht Novartis aus Wettbewerbsgründen nicht. Den Ausschlag für den Standort Schweizerhalle gab ein dort bereits bestehendes Produktionswerk der chemischen Produktion, das über die notwendige Erfahrung mit der Herstellung von komplexen Produkten verfüge.

Zukunft von komplexen Verfahren in der Schweiz

Schlägt Novartis damit dem Trend entgegen, die Produktion ins kostengünstige Ausland zu verlagern? «Nein», betont Sugimoto. «Komplexe Produktionsverfahren, die ein hohes Mass an Know-how bedingen, haben nach wie vor eine Zukunft in der Schweiz. So haben wir in den letzten Jahren ja auch eine Plattform für Zell- und Gentherapien im Standort Stein aufgebaut, die zwischenzeitlich den Betrieb aufgenommen hat.»

Demzufolge habe die Investition in Muttenz auch keinen Zusammenhang mit der Coronapandemie, in deren Folge die Rufe nach verstärkter heimischer Produktion laut wurden. «Ausschlaggebend für den Standortentscheid waren das Know-how und die Erfahrung vor Ort sowie die vorhandenen gut qualifizierten Mitarbeitenden, da es sich hier um ein komplexes Produktionsverfahren handelt.»

Schweizerhalle aus der Krise

Für Novartis sei Schweizerhalle weiterhin ein wichtiger Standort für die chemische Produktion. Der Fokus liege dabei auf «hochkomplexen, kleinvolumigen» Wirkstoffen, die mit modernen Technologien hergestellt werden, erklärt Satoshi Sugimoto. Derzeit beschäftigt Novartis rund 260 Mitarbeitende in Schweizerhalle, vornehmlich im Produktions- und Laborbereich. Neue Arbeitsplätze werden mit der 70-Millionen-Franken-Investition aber nicht geschaffen. Bestehende Mitarbeitende werden für die neue Herstelltechnologie weitergebildet.

Bei der Muttenzer Gemeindepräsidentin Franziska Stadelmann (CVP) ist die Freude über den Ausbau von Novartis gross. Dies sei ein Zeichen dafür, dass es in Schweizerhalle wieder aufwärtsgehe, nachdem Clariant in den vergangenen Jahren die Produktion sukzessive abgezogen und man in Muttenz befürchtet habe, dass der Standort Schweizerhalle langfristig an Bedeutung verliere. Die Zeichen, dass es aufwärtsgehe, seien umso stärker, da heute Syngenta vor Ort eine neue Produktionsanlage für Pflanzen-
schutzmittel eröffne.

Neuen Schwung gab es zuletzt durch die Übernahme des Infraparks Baselland und der Infrastrukturanlagen des Werks Schweizerhalle der Novartis durch die Firma Getec. Als Industrieparkbetreiber und Infrastrukturdienstleister vermietet Getec Räumlichkeiten und unterstützt die Prozesse der dort angesiedelten Unternehmen. Die Entwicklung mache Hoffnung, freut sich Stadelmann.

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