Ein Gerücht in mehreren Varianten kursiert in der Stadt: Der Pharmakonzern Novartis werde seinen abgeschlossenen Firmencampus im Basler St. Johann für Drittfirmen öffnen und prüfe gar, ihn an einen Immobilienfonds zu verkaufen, um sich wieder einzumieten. Die Maximalvariante dementiert Mediensprecher Markus Jaggi auf Anfrage: «Ein Verkauf des Campus-Areals steht nicht zur Debatte.»

Der Campus befindet sich allerdings im Umbruch. In den nächsten Jahren werden die noch im Klybeck arbeitenden Novartis-Abteilungen in den Campus verlegt. Jaggi sagt: «Um diese Umzüge zu ermöglichen, passen wir derzeit unsere Belegungskonzepte für die Gebäude auf dem Campus an.» Dass sich Novartis aus dem Kleinbasel verabschiedet, ist seit Jahren bekannt. Vor Jahresfrist liess der Konzern noch durchblicken, dass dies mit Neubauten verbunden sein würde. Dies ist jedoch nicht der Fall, bestätigt Jaggi. Auf dem Campus sind genügend Raumkapazitäten verfügbar.

Die Leerstände haben offenkundig auch zu Ideen verleitet, Drittfirmen auf den Campus zu lassen. Die Rede ist gerüchteweise von Start-up-Unternehmen, die für Novartis interessant sein könnten. Jaggi schliesst eine solche Entwicklung nicht aus. Grundsätzlich werde die Nutzung des weltweiten Immobilien-Portfolios stetig optimiert. So auch für den Basler Campus, der auf Visionen aus dem Jahr 2001 basiere. Es sei möglich, «dass diese Vision über die Zeit den Entwicklungen unseres Unternehmens und unserer Branche angepasst wird». Vor der Öffentlichkeit würden jedoch zuerst die Mitarbeiter informiert.

In den Pharma-Immobilienpark ist im Frühjahr zusätzlich Bewegung gekommen, als zuerst Novartis und anschliessend BASF ihre Areale im Klybeck an Finanzinvestoren verkauften. Zuvor hatten sich die Unternehmen verpflichtet, zusammen mit dem Kanton unter dem Namen «Klybeck plus» ein neues Stadtquartier entstehen zu lassen. Die vertraglichen Verpflichtungen haben die Investoren übernommen, Novartis selbst hat sich jedoch aus dem branchenfremden Geschäft der Immobilienbewirtschaftung ausgeklinkt.

Ein Verkauf des Campus und die langfristige Miete der benötigten Gebäude wären durchaus im Trend. Zum einen sitzen Immobiliengesellschaften auf Millionen, für die sie Investitionsmöglichkeiten suchen. Zum anderen binden die Immobilien bei den Firmen Finanzmittel, die anderweitig eingesetzt werden könnten. Anders als der Roche- würde sich der Novartis-Campus für eine Nutzung durch verschiedene Firmen anbieten: Jede könnte ein anderes Gebäude eines Stararchitekten belegen.