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Novartis erstattet wegen Vasella-Millionen doch keine Anzeige

72 Millionen wollte Novartis Daniel Vasella bezahlen, wenn dieser nicht zur Konkurrenz geht. Als Details dieses Vertrags in die Öffentlichkeit gerieten, wurde der Deal abgeblasen. Der Pharmakonzern drohte mit einer Klage. Doch daraus wird nun nichts.

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Novartis-Generalversammlung in Basel
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Daniel Vasella hörte den Ausführungen zu. Er musst viel Kritik einstecken und wurde als oberster Abzocker im Land beschimpft.
Der scheidende Novartis-Präsident wirkte mit Fortdauer der GV immer gelöster.
2688 Aktionäre waren in der St. Jakobshalle anwesend. Sie lobten und tadelten.
Dominique Biedermann von der Anlagestiftung Ethos gingen wegen den Löhnen mit Novartis hart ins Gericht.
CEO Joe Jimenez und Vize-Präsident Ulrich Lehner.
Novartis-GV Jungsozialisten demonstrieren vor der GV. Sie werfen 6000 Franken auf einen «Vasella», der in der Badewanne liegt. 6000 Franken seien Vasellas Stundenlohn bei einem Zehnstunden-Tag.
Grossaufmarsch an der Novartis-GV. Rund 2500 Aktionäre kamen in die St. Jakobshalle.
Novartis-CEO Joe Jimenez.
Daniel Vasella an der GV: «Ich habe zwei Fehler gemacht».
VR-Präsident Daniel Vasella und CEO Joe Jimenez.
Daniel Vasella an der Novartis-GV im Jahr 2012.
Gewerkschaften und Linke demonstrieren vor der Novartis-GV vor der St. Jakobshalle.

Novartis-Generalversammlung in Basel

Keystone

Die Publikation der Eckwerkte von Daniel Vasellas «Abgangsentschädigung» bei Novartis wird kein juristisches Nachspiel haben.

«Nach eingehender Prüfung sind wir nun zum Schluss gekommen, dass Novartis die Option einer Strafanzeige gegen unbekannt nicht verfolgen wird», erklärt das Unternehmen gegenüber der «Basler Zeitung».

Hintergrund der Klagedrohung: Das Online-Portal «Inside Paradeplatz» des Zürcher Wirtschaftsjournalisten Lukas Hässig hatte Mitte Februar unter dem Titel «Vasellas Geheimkonto bei Wegelin» Details zur Abfindung des Novartis-Präsidenten enthüllt und damit die ganze Affäre ins Rollen gebracht.

Staatsanwaltschaft ermittelt weiter

Vasella hat in der Folge auf eine Zahlung verzichtet und der Verwaltungsrat danach die Konkurrenz-Verbot-Vereinbarung mit Vasella aufgelöst.

Die Affäre um die 72-Millionen-Entschädigung könnte dennoch ein juristisches Nachspiel haben. Die Staatsanwaltschaft Basel ermittelt gegen Mitglieder des Verwaltungsrates wegen ungetreuer Geschäftsführung. Bei ihr sind drei Anzeigen eingegangen.