Medikamentenpreis

Novartis macht mit teuerster Therapie der Welt gute Umsätze

Kostet gut 2,1 Millionen US-Dollar: Das Einmal-Medikament Zolgensma gegen tödlichen Muskelschwund bei Babys. (Archivbild)

Kostet gut 2,1 Millionen US-Dollar: Das Einmal-Medikament Zolgensma gegen tödlichen Muskelschwund bei Babys. (Archivbild)

Die derzeit teuerste Therapie der Welt, Zolgensma, kostet mehr als zwei Millionen US-Dollar und wird vom Basler Pharmakonzern Novartis angeboten. Dabei muss diese Therapie nur einmal verabreicht werden, um kleinen Kindern zu helfen, die an erblich bedingtem Muskelschwund (SMA) leiden.

In den USA ist Zolgensma seit Ende Mai dieses Jahres zugelassen. Ein so hoher Preis für eine einmalige Behandlung stellt die Gesundheitssysteme vor eine Herausforderung. Wie Novartis im Zuge der jüngsten Quartalszahlen mitteilte, bestehen in den USA mittlerweile Versicherungspläne, so dass nahezu alle Kinder, die für diese Therapie in Frage kommen, sie auch erhalten können.

Und offenbar wird die Therapie auch stark nachgefragt. Immerhin hat Novartis im dritten Quartal einen Umsatz von 160 Millionen US-Dollar mit dem Mittel erzielt. Das ist mehr als viele Analysten erwartet hatten. Und auch Novartis-CEO Vas Narasimhan zeigt sich zufrieden: «Wir hatten eine starke Markteinführung und gehen davon aus, dass wir dieses Momentum auch fortsetzen können», erklärte er in einer Konferenz mit Journalisten.

Als Stütze dürfte sich auch das sogenannte Neugeborenen-Screening erweisen, das in immer mehr US-Bundesstaaten auch Tests auf SMA beinhaltet. «Das sollte auch dazu beitragen, dass der Zolgensma-Umsatz weiter steigt», zeigte sich Narasimhan überzeugt.

Derweil haben die Behörden in Europa und Japan noch keine Entscheidung gefällt. Vielmehr dürften die dort zuständigen Behörden sich auch erst im kommenden Jahr äussern. Wie CEO Narasimhan erklärt, müssen noch einige Fragen über die komplexe Herstellung und Verarbeitung geklärt werden. Im Fall von Zolgensma wird nämlich ein defektes Gen quasi durch eine funktionierende Kopie ersetzt.

In der Schweiz hat Novartis dagegen noch keinen Zulassungsantrag gestellt.

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