Verbotene Stadt

Novartis plant die Campusöffnung bis spätestens September 2021

Aussenansicht Switzerland Innovation Park Basel Area auf dem Novartis Campus

Aussenansicht Switzerland Innovation Park Basel Area auf dem Novartis Campus

Bis zum 25. Geburtstag sollen die nötigen Sicherheitsmassnahmen getroffen werden.

Umgeben von hohen Zäunen und überwacht von Kameras – verborgen vor den Blicken der Öffentlichkeit liegt der Novartis Campus mit einer Fläche von rund vier Fussballfeldern im Basler St. Johann Quartier.

Nun soll die verbotene Stadt, wie der Campus von Baslerinnen und Baslern genannt wird, während der Geschäftszeiten für Fussgänger und Fahrradfahrer geöffnet werden. Bekannt ist bereits, dass auch Drittfirmen auf dem Campus angesiedelt werden (die bz berichtete). Das alles soll spätestens zum 25-jährigen Jubiläum von Novartis im September 2021 erfolgen.

Baugesuch ist beim Kanton eingereicht

Um die Sicherheit aller zukünftigen Campus-Besucher zu gewährleisten, müssen verschiedene Vorkehrungen getroffen werden: Es braucht etwa zusätzliche Zäune und Geländer bei verschiedenen Gebäuden. Betroffen sind drei Liegenschaften an der Hüningerstrasse, vier an der Lichtstrasse zwei an der Fabrikstrasse.

Die Sicherheitsvorkehrungen verschieben sich also quasi  von den Porten zu den Gebäudehüllen, damit die Zäune während der Betriebszeiten des Geländes geöffnet werden können. Der Zugang zu den Arbeitsplätzen der Novartis-Mitarbeiter soll weiterhin durch mindestens zwei Ausweisleser kontrolliert werden, einer ausserhalb und einer im Inneren der Gebäude. Technische Türen müssen verriegelt und Hebebühnen gesichert werden.

Wegweiser und Infotafeln sollen zur Orientierung beitragen 

Für die Radfahrer und Fussgänger, die durch den Campus flanieren, sollen Wegweiser und Infotafeln aufgestellt werden, die durch das Areal führen. Für die Umsetzung der nötigen Massnahmen ist beim Kanton ein Baugesuch unter dem Namen «Sunrise-Projekt» hängig, Kostennote 238'0000 Franken. Da die Gebäude auf dem Campus unterschiedlich alt und von sehr unterschiedlicher Architektur sind, musste für jedes betroffene Gebäude eine gesonderte Lösung erarbeitet werden.

Nach Umsetzung dieser Planung will Novartisdas Werkareal per Herbst 2021 als Störfallbetrieb abmelden. Dies geht ausdem Projektbeschrieb hervor. Die Bedingung für eine solche amtliche Abmeldung ist unter anderem, dass die Menge an gefährlichen Stoffen reduziert wird,die auf dem Areal gelagert sind.

Campus bedroht den Rhein – nicht die Besucher

Ein heutiges Worstcase-Szenario bei einem Unfall sieht unter anderem vor, dass giftige und schädliche Substanzen in den Rhein auslaufen. Davon wären Besucher im Campus allerdings nicht betroffen, wie eingeholte Expertisen aufzeigen. Auch wird sichergestellt, dass bei allfälligem Austritt von toxischen Substanzen niemand zu Schaden kommen kann.

Keinen Einfluss hat die Öffnung auf die Altlastensanierung. Der Untergrund sei grossenteils bereits saniert. Falls bei Bauarbeiten Altlasten zum Vorschein kämen, was nicht auszuschliessen ist, würden diese  gemäss Verordnungen umweltgerecht entsorgt. Hängig ist zudem ein Konzept für die Erdbebenertüchtigung, das bis Ende Jahr erarbeitet werde.

Wird das Baugesuch bewilligt, steht dem Sonnenaufgang bei Novartis, wie das Projekt auf Deutsch heisst, höchstens noch das Coronavirus im Weg.

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