Novartis gab den Wechsel der Sanierungsfirma am Montag bekannt: Nach umfassenden Abklärungen seien die bisher am Sanierungsprojekt Beteiligten übereingekommen, die Zusammenarbeit nicht weiterzuführen. Der Konzern habe daher das Sanierungsprojekt erneut ausgeschrieben.

Nicht vor Herbst

Nähere Angaben zum Sanierungs-Gesamtplan und zu vorgesehenen Verbesserungsmassnahmen seien jedoch erst möglich, wenn der Auftrag an eine neue Firma erteilt ist. Zudem würden die Sanierungsarbeiten im französischen Grenzort erst wieder aufgenommen, wenn die Massnahmen umgesetzt sind.

Novartis rechnet damit, dass dies im kommenden Herbst der Fall sein wird, hiess es in der Mitteilung weiter. Die Verbesserungsmassnahmen waren vom Konzern beim Stopp der Arbeiten im letzten September angekündigt und danach in Absprache mit den französischen und Schweizer Behörden beschlossen worden.

Zur Neuausschreibung hält Novartis fest, es habe den bisherigen Projektverlauf analysiert und Schlüsse gezogen. So gehörten zu den Auswahlkriterien für die neue Sanierungsfirma das Gesamtkonzept, Erfahrung mit vergleichbaren Projekten, verfügbare Kapazitäten, die Verpflichtung zur Anerkennung der Schweizer und französischen Richtwerte im Umwelt- und Gesundheitsschutz und eine angemessene finanzielle Offerte.

Lindan-Staub in Basel

Im weiteren würden die Schadstoffkonzentrationen in der Luft rund um die Uhr gemessen. Vier Messpunkte befinden sich auf der Baustelle selbst, weitere sechs zudem im Umkreis. Unabhängig davon führen die Behörden in der Schweiz Messungen durch. Aufgrund der vorliegenden Messwerte habe indes nie eine Gefahr für Mensch und Umwelt bestanden.

Zu diesem Befund kamen letzten Herbst auch die Basler Behörden. Das baselstädtische Amt für Umwelt und Energie (AUE) und das Lufthygieneamt beider Basel hatten im Oktober 2013 Lindan-Messwerte vorgelegt. Aktiv geworden waren sie nach Verdachtsäusserungen in Medien, dass von der Altlast-Sanierung in Hüningen Staub nach Basel verweht werde.

Auf dem heute dem Pharmakonzern Novartis gehörenden Areal der früheren Abwasserreinigungsanlage ARA STEIH hatte bis 1976 die Chemiefirma Ugine Kuhlmann das Insektizid Lindan hergestellt. Die Verbindung ist für Wasserorganismen giftig und steht im Verdacht, krebserregend zu sein. In der EU ist Lindan seit 2007 verboten.