Abgang
Novartis-Schweiz-Chef Pascal Brenneisen verlässt den Pharmakonzern

Ende September verlässt der ehemalige Novartis-Schweiz-Chef den Pharma-Riesen und schmiedet Pläne für die Zukunft. Life Sciences sind sicherlich seine Favoritenbranchen.

Stefan Schuppli
Merken
Drucken
Teilen
Abgang bei der Novartis: Pascal Brenneisen geht per Ende September.

Abgang bei der Novartis: Pascal Brenneisen geht per Ende September.

Kenneth Nars

Eines muss man ihm lassen: Pascal Brenneisen, bis vor kurzem Novartis-Schweiz-Chef, ist ein prägnanter Kopf. Und seine Umgangsformen sind hemdsärmlig und direkt. Das hat ihm nicht nur Freunde eingebracht. Er hat Beat Jans und Silvia Schenker, beide für die SP im Nationalrat, gerüffelt (er würde wohl sagen: «das Gespräch gesucht»), weil sie gegen die für Pharma favorable Heilmittelgesetzesrevision votierten. Anfang September verlässt Brenneisen nach 22 Jahren Novartis, wie die «Basler Zeitung» am Donnerstag meldete.

Aber er hat sich auch für «seine» Novartis in der Schweiz gewehrt, und zwar mit Erfolg. Beispielsweise, wenn es um Arbeitsplätze ging. So hatte er sich für den Produktionsstandort Nyon VD eingesetzt, den Novartis zu schliessen beabsichtigte. Jetzt wird dieser sogar ausgebaut.

Er habe mit den Sozialpartnern «kreative Lösungen» erarbeitet, als Stellenkürzungen in Basel vorgenommen wurden. Es gab 200 statt 700 Entlassungen. 2012 gab es bei Novartis Schweiz netto 750 neue Stellen, vergangenes Jahr 500. In Brenneisens Zeit fiel auch die 500-Millionen-Investition in Stein in ein neues Produktionswerk, Sandoz und Alcan-Aktivitäten wurden in Rotkreuz zusammengefasst.

Dass im Rahmen des Umbaus von Novartis (Brenneisen: «Die grösste Reorganisation seit der Fusion») mit André Wyss ein anderer seine Position als Länderpräsident einnahm und er von Novartis eine Stelle als Länder- und Pharmachef im fernen Argentinien angeboten bekam, machte ihn, gelinde gesagt, nicht gerade glücklich. Er ist sich auch bewusst, dass eine solche Reorganisation auch Opfer fordert. Er ist wohl eines von diesen.

Jetzt schmiedet Brenneisen Pläne. Wie sie aussehen werden, ist noch völlig offen. Life Sciences sind sicherlich seine Favoritenbranche («Da weiss ich Bescheid»), geografisch sehe er sich in Europa, aber auch an der Ostküste. Weiter weg will er nicht, denn er hat Kinder, die hier in der Region wohnen, und deren Entwicklung er mitbekommen will.