Es ist ein Novum in der Region: Ab nächstem Montag können volljährige Personen in Basel zweimal im Monat ihre Drogen analysieren und sich beraten lassen. Bisher gab es hier ausschliesslich mobile Drogenchecks, die zwei- bis dreimal im Jahr an Partys durchgeführt wurden. Das Angebot «Safer Dance Basel» wurde rege genutzt, wie Projektleiterin Natasa Milenkovic sagt: «Wir waren immer voll ausgelastet. Während der sieben bis acht Stunden vor Ort haben wir pro Abend bis zu 30 Analysen durchgeführt.» Die Rückmeldungen seien durchweg positiv gewesen.

Mit der fixen Anlaufstelle möchten die Projektverantwortlichen des Kantons einen anderen Personenkreis erreichen: «Statt wie bei den mobilen Drogentests, die vor allem von jungen Personen im Nachtleben genutzt wurden, richtet sich das Angebot nun auch an Ältere, die arbeitstätig sind.» Analysiert werden ausschliesslich synthetische Drogen wie Kokain, Amphetamine, LSD oder MDMA.

Besonders der Konsum von Kokain ist in Basel in den letzten Jahren angestiegen. Eine im März veröffentlichte Studie der Forschungsanstalt Eawag und der Uni Lausanne zeigt, dass Basel unter den zehn Städten Europas liegt, in denen am meisten Kokain konsumiert wird.

Bei unsauberen Drogen gibt es Warnungen

Ziel des neuen Projektes ist es, jene Konsumenten zu sensibilisieren, die normalerweise keine Beratung aufsuchen würden. Jeden zweiten Montag im Monat von 18 bis 20 Uhr können Personen ihre Substanzen bei der Stiftung Suchthilfe Region Basel an der Mülhauserstrasse 111 vorbeibringen.

Zum Drogencheck gehört ein individuelles Beratungsgespräch; die Resultate der Analyse erhalten die Konsumenten noch in der gleichen Woche per Telefon. Finden sich unter den untersuchten Substanzen solche, welche einen zu hohen Wirkstoffanteil oder gefährliche Streckmittel aufweisen, werden auf der Internetseite des Projekts entsprechende Warnungen aufgeschaltet.

Dem auf drei Jahre ausgelegten Pilotprojekt vorausgegangen war ein Vorstoss, den der damalige SP-Grossrat Otto Schmid im Februar 2017 eingereicht hatte. Er bat die Regierung, zu prüfen, ob «im Sinne der Schadensminderung und Prävention» fixe Anlaufstellen geschaffen werden können. Das Anliegen stiess parteienübergreifend auf Unterstützung. Allerdings gab es bereits damals auch skeptische Stimmen. So betonte SVP-Grossrat Eduard Rutschmann: «Es ist wichtig, dass das Angebot einen präventiven Charakter hat und die Leute nicht zum Konsum verführt.»

Die Furcht, durch das Angebot zu mehr Konsum anzuregen, sei aber unbegründet, wie Projektleiterin Milenkovic betont: «Untersuchungen aus anderen Ländern zeigen, dass der Konsum aufgrund neuer Präventionsangebote nicht zunimmt.»