Gastro

«Numnum»: Koscheres Restaurant zieht neben Synagoge ein

Neben der Synagoge zieht ein koscheres Restaurant ein. (Archivbild)

Neben der Synagoge zieht ein koscheres Restaurant ein. (Archivbild)

An der Leimenstrasse gibt es ab Mitte August koschere Speisen im Restaurant «Numnum».

Karotte-Ingwer-Suppe, gebratener Lachs an einer Mandel-Oliven-Preiselbeer-Salsa, Rindsbraten an einer Zimt-Nelken-Wein-Sauce und zum Dessert ein Stück Apfelcrumble. Die Menukarte des Restaurants Numnum verspricht eine vielfältige kulinarische Auswahl. Und das alles koscher und damit den jüdischen Speisegesetzen entsprechend zubereitet. Zum Verzehr gedachte Tiere sind etwa Rinder, Schafe, Hühner und Ziegen. Weiter muss eine strikte Trennung von Milch- und Fleischspeisen gewährleistet werden.

Am 12. August feiert das Lokal seine Eröffnung. Neben dem Angebot im Restaurant stehen der Kundschaft ab dann auch die Bestellmöglichkeit und das Catering zur Verfügung. Mittags hat das «Numnum» jeweils von Montag bis Donnerstag zwischen 11.30 und 14 Uhr geöffnet. Freitags können zur selben Zeit die Menus für den Schabbat abgeholt werden. Weiter ist das Restaurant abends am Mittwoch und Donnerstag von 18 bis 21 Uhr offen.

Frühere koschere Angebote mussten schliessen

Das neue Restaurant im Grossbasel ist in den Räumlichkeiten an der Leimenstrasse 24 zu Hause. Die Liegenschaft gehört der Israelitischen Gemeinde Basel. Das Lokal teilt sich die Adresse mit dem Gemeindesekretariat, den Büroräumlichkeiten, dem Rabbinat, der Jüdischen Primarschule Leo Adler und der Karger-Bibliothek. Direkt daneben hat die Basler Synagoge ihren Standort. Emmanuel Ullmann, Präsident der Israelitischen Gemeinde, freut sich über die Restauranteröffnung: «Es ist extrem wichtig für die Gemeinde, dass wir wieder ein koscheres Angebot haben.» Dieses sei nämlich nach der Schliessung des Restaurant Topas verloren gegangen.

Albert Dreyfuss führte mehrere Jahre lang das Restaurant Topas, das ebenfalls in den Räumlichkeiten an der Leimenstrasse zu finden war. Vor zwei Jahren musste das Lokal jedoch schliessen. Ebenso die Bäckerei Schmutz: 2016 machte der Laden an der Austrasse aus wirtschaftlichen Gründen zu. Damit ging für die jüdische Gemeinde in Basel eine Tradition zu Ende. Fast 40 Jahre lang verkaufte die Bäckerei Schmutz koschere Backwaren und Patisserie.

Bäckereien bieten Alternativen an

Mittlerweile scheinen andere Betriebe diese Lücke in Basel zu schliessen: Auf der Website der Israelitischen Gemeinde Basel sind gleich mehrere Alternativen aufgeführt. So serviert das Restaurant im Alters- und Pflegeheim Holbeinhof milchiges, koscheres Essen. In der Bäckerei Krebs gibt es ebenfalls ein spezielles Sortiment und die Bäckerei Kult bietet etwa koscheren Cheesecake an. Zuletzt führen auch Coop und Migros in einigen Filialen eine eigene Abteilung für passende Nahrungsmittel.

Seit Anfang Jahr gehört zudem die Jüdische Genossenschaftsmetzgerei Basel zu einem grösseren Netzwerk: Durch die Übernahme der Zürcher Koscher-Metzgerei Kol Tuv hat auch die Basler Filiale ein breiteres Fleischsortiment sowie einen Onlineshop. Der Laden befindet sich an der Friedrichstrasse 26.

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