Kommentar

Nun dürfen die Zürcher lachen: Auch Basel hat eine Sport-Opposition

Zürich schafft es nicht, anstelle des Hardturms ein anständiges Stadion zu bauen. Nun droht der Sportstadt Basel ein ähnliches Debakel mit der Tennishalle für die Old Boys.

Zürich schafft es nicht, anstelle des Hardturms ein anständiges Stadion zu bauen. Nun droht der Sportstadt Basel ein ähnliches Debakel mit der Tennishalle für die Old Boys.

In Zürich bietet sich ein Schauspiel, über das man in Basel seit rund zwanzig Jahren schmunzelt. Die Stadt bringt es einfach nicht fertig, ein anständiges Fussballstadion anstelle des alten Hardturms zu bauen.

Zuerst lehnte das Volk das Grossprojekt ab, dann verhinderten Einsprachen den Bau. Im negativen Sinne «schweizerisch» und engstirnig finden wir Basler das – und zelebrieren unseren Status als selbsternannte Sportstadt, in der es so fundamentalen Widerstand gegen grosse Sportprojekte niemals geben könnte.

Nun zeigt sich, dass wir zu früh über die Zürcher gelacht haben. Der Rekurs gegen die von Roger Federer mitfinanzierte Halle des Tennisclubs Old Boys ist nicht minder engstirnig als die Opposition gegen den Hardturm. Nein, sie ist gar noch bornierter. Während die Hardturmgegner immerhin mit dem fehlenden Finanzierungsmodell und der mangelhaften Grünraumplanung argumentieren konnten, haben sich die zum Teil stadtbekannten Rekurrenten der OB-Halle zusammengetan, weil ihnen die neue Tennishalle die Aussicht im Neubad-Quartier kaputtmache.

Nun ist es an den Zürchern, über uns zu lachen. Über Basel, die «Sportstadt», die eine Tennishalle bodigt, für welche nicht mal der Steuerzahler aufkommen müsste. Über das Basel, das sich mangels Tennisplätzen um die Möglichkeit bringt, dereinst wieder ein Talent hervorzubringen, das nur annähernd so erfolgreich ist wie Roger Federer. 

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