Ende Juli soll es soweit sein: Ein Teil der Geschäfte Basels stellt den Holzstuhl vor den Ladeneingang. Unter dem Titel «Wohlfühlen in der Basler City» haben der Verein Pro Innerstadt und das Bau- und Verkehrsdepartement die Kampagne ins Leben gerufen. Sie solle das Wohlfühlambiente in der Stadt steigern und mehr Sitzmöglichkeiten für Stadtbesucher bieten, um sich auszuruhen und etwas zu verweilen, sagt Mathias Böhm, Direktor von Pro Innerstadt.

Insgesamt schenkt der Kanton 150 Stühle den ausgewählten Geschäften. Ja, richtig: schenken! Der Kanton zahlt jeden einzelnen Stuhl zu einem stolzen Preis von 580 Franken. So viel zahlt man zumindest im Einzelkauf. Hochgerechnet würde die Kampagne somit 87'000 Franken kosten. Rund 60 Orte erhalten das Geschenk, viele Geschäfte erhalten zwei Stühle.

Der Preis ist für Böhm «verhältnismässig günstig», da es sich um «Topstühle» mit hoher Qualität handelt. Diese würden auch nicht nur diesen Sommer lang eingesetzt, sondern auch nächste Saison verwendet werden können. Reparaturen seien gut machbar. Mögliche Diebstähle hält er für unwahrscheinlich, da der Stuhl mit einem Gewicht von 17 Kilogramm nur am Tag draussen stehe – wohl zu schwer und auffällig, um gestohlen zu werden.

SVP-Grossrat Joel Thüring findet Kampagnen, die das Gewerbe in Basel unterstützen, grundsätzlich gut. Nur sollte es nicht «inflationär wirken» und er hinterfragt die widersprüchliche Subventionsstrategie des Kantons. «Dieser sollte sich fragen, welche Projekte er unterstützt», sagt Thüring. Denn einerseits schwäche der Kanton das Basler Gewerbe durch das Verkehrskonzept bis nach Weil am Rhein. Aber andererseits gibt er Geld für Stühle aus, die Basel attraktiv machen sollen. Darin sieht Thüring eine «gewisse Idiotie».

Wann genau der Stuhl auf die Strassen kommt, bleibt noch offen. Böhm geht von der zweiten Hälfte des Julimonats aus. «Die Verteilung der Stühle auf die Geschäfte und Strassen haben wir hinter uns», sagt er.

Pop-Up-Fest statt White Dinner

Pro Innerstadt setzt sich nicht nur für den Top-Holzstuhl ein. Der Verein veranstaltet gemeinsam mit dem Verein Münsterplatz ein «Pop-Up-Stadtfest». Im Prinzip erinnert der Anlass an das White Dinner, das wegen einem «zu grossen Aufwand» nur noch alle fünf Jahre stattfindet.

Auf dem Münsterplatz werden unterschiedliche, runde Tische und Stühle aufgestellt, auch Essstände nach «Pop-Up-Stil» werden auf dem Platz stehen. Dekorationen und Lichteffekte sollen für Stimmung sorgen. Wie auch beim «White Dinner» kann das Essen selber mitgenommen werden. Die Kosten der Veranstaltung trägt aber nicht der Kanton, sondern Pro Innerstadt und ihre Partner. Das Ticket kostet 40 Franken.

Im Vergleich zum White Dinner, das letzten September seine Premiere feierte, verursache das Pop-Up-Fest viel weniger Aufwand, da der öffentliche Verkehr nicht aufgehalten werden müsse. 4000 Besucher werden erwartet.