Eine breite Öffentlichkeit wollten die Organisatoren des diesjährigen Imagine-Festivals mit ihrem Programm ansprechen. Dazu gehörten neben einem Mix an Bands aus der Region und dem Ausland auch Slam-Poeten, und mit dem Spitzbueb sogar ein Schnitzelbangg. Trotz mehreren Regenschauern füllte sich der Barfi schon am Freitag beträchtlich mit Jugendlichen. Die meisten nahmen jedoch von der eigentlichen Botschaft, dem Engagement von Terre des hommes gegen Rassismus, kaum Notiz. Die vor der Hauptbühne aufgestellten Pappwände, die an die Alltäglichkeit von Vorurteilen mahnen, wurden kaum beachtet.

30000 Zuschauer an zwei Tagen

Kill it Kid aus Grossbritannien und Selah Sue aus Belgien wurden dafür von der Menge frenetisch bejubelt. Am Samstag war schon früh etwas los: 5 Kollege, eine junge A-cappella-Gruppe aus dem Baselbiet amüsierte mit Wortwitz, während Vic Hofstetter auf der Klosterhofbühne warme Pophymnen versprühte, und die Tanzgruppe Uni-T auf der Hauptbühne mit heftigen Beats einheizte.

Generell fand das Programm grossen Anklang: über 30000 Besucher sind laut einer Schätzung der Organisatoren in die Innenstadt gepilgert. Luca Studer, Medienverantwortlicher des Imagine-Festivals, zieht deshalb eine sehr positive Bilanz. «Wir hatten gefühlt ein paar tausend Besucher weniger als letztes Jahr, was jedoch wohl auch mit der gleichzeitig stattfindenden Fussball-Euro zusammenhängt.» Glücklich sei er besonders darüber, dass es zum wiederholten Male keine grösseren Zwischenfälle gegeben hat. «Die Sanität meldete einzig einen Vorfall von einem Mann, der zu viel Alkohol getrunken hatte.» Das sei besonders dieses Jahr wichtig, in dem rund ein Drittel des Organisationsteams ersetzt wurde. Auch Petrus dürften die Organisatoren gedankt haben: Entgegen einiger Prognosen blieb besonders der Samstag trocken, was die jugendlichen Nachtschwärmer natürlich ausnutzten. Ein dem jungen Bob Dylan ähnelnder Mann meinte spätabends: «Natürlich finde ich das Musikangebot hier toll, doch mir ist auch die Botschaft dieses Events bewusst.»

Unmut an der Fressmeile

Einen Wermutstropfen bildete der Unmut bei einigen Standbesitzern. Bei ihnen an der sogenannten «Fressmeile» des Festivals war die Bilanz durchzogen. Besonders der Betreiber des Natura Güggeli-Grills ärgerte sich über die Organisation. 800 Franken müsse er abgeben, das entspräche in etwa seinem Umsatz über die gesamten zwei Tage. «Es gibt einfach zu viele Stände hier!» Studer weiss um die Situation, gibt aber zu bedenken, dass man halt ein möglichst breites gastronomisches Angebot haben wolle, «das ist dann halt immer eine Gratwanderung».

Die Besucher dürften es geschätzt haben. Bis um Mitternacht hatten die Stände alle Hände voll zu tun, indische Samosas, türkische Döner und auch Rösti mit Speck an den Mann oder die Frau zu bringen. Dann nämlich, als längst die Putzequipen ihre Arbeit aufgenommen hatten, um den Barfüsserplatz wieder zu säubern.