Der Direktor der Wirtschaftskammer Baselland, der seit 1987 ununterbrochen im Nationalrat sitzt, lässt sich alle Optionen offen. «Wenn ich jetzt erkläre, ich trete nicht mehr an, dann bin ich in Bern nichts mehr Wert», sagt der FDP-Mann, der seit 2007 in keiner Kommission mehr sitzt.

Ob er im Oktober nochmals antritt, wird er erst im April nach den Landratswahlen von Ende März bekanntgeben. Den Entscheid wird er nicht alleine fällen, sondern gemeinsam mit der Baselbieter Parteileitung. «Das bin ich der Partei schuldig.» Dass er den Druck von der jungen Generation spürt, leugnet er nicht ab.

«Ich war auch mal jung und wollte weiterkommen.» Eines lässt sich Gysin aber jetzt schon entlocken: «Wenn ich wieder antrete und gewählt werde, trete ich während der Legislatur zurück.» Für Gysin ist aber so oder so klar: «Wir müssen möglichst eine starke Liste aufstellen, damit es mich womöglich als Lokomotive gar nicht mehr braucht», sagt der Pratteler, der bei den letzten Nationalratswahlen mit knapp 25000 Stimmen das sechstbeste Resultat im Kanton erzielte.

Graf: Nationalratspräsidium winkt

Dass die Baselbieter SP-Frau und Vorstosskönigin Susanne Leutenegger Oberholzer nächstes Jahr nochmals antritt, war ihr gestern beim ersten Telefonat mit der Basellandschaftlichen Zeitung noch nicht klar. «Unsere Partei nominiert erst im Mai, ich bin noch nicht unter Zeitdruck», liess sie zu Beginn ausrichten.

Erst beim dritten Anruf teilte Leutenegger mit, was ihre Partei - nach Absprache? - wohl hören wollte: «Wenn mich die Partei aufstellt, trete ich mit Begeisterung nochmals an.» Die 62-Jährige will damit bis übers Rentenalter hinaus politisieren. «Das Alter spielt für mich keine Rolle» sagt die Muttenzerin, die seit 1999 Nationalrätin ist und vorher bereits von 1987 bis 1991 für die damalige kommunistische Bewegung Poch in der grossen Kammer gesessen hat.

Im Baselbiet gibt es keine weiteren Wackelkandidaten: Weder der 62-jährige SVPler Christian Miesch aus Titterten, noch der fünf Jahre jüngere Gelterkinder Caspar Baader, der die SVP-Fraktion präsidiert, wollen sich aus der eidgenössischen Politik zurückziehen. Für die Grüne Maya Graf aus Sissach ist ebenfalls klar, dass sie nochmals antritt. Ihr winkt das Amt der höchsten Schweizerin: Sie könnte im 2012 als erste Grüne zur Nationalratspräsidentin gewählt werden. Der Frenkendörfer SP-Mann Eric Nussbaumer tritt genauso wieder an, wie die erst Ende November vereidigte Biel-Benkerin Elisabeth Schneider von der CVP.

Malama: Für Ständerat angefragt

In Basel-Stadt ist die Ausgangslage einfacher. Alle fünf Bisherigen werden wohl wieder antreten. Die mit 7 Jahren Erfahrung Amtsälteste unter den Basler Nationalräten, die Sozialdemokratin Silvia Schenker, ebenso wie der FDP-Mann Peter Malama, der seit 2007 in der grossen Kammer sitzt. Zu einer allfälligen Ständeratskandidatur will sich der Direktor des baselstädtischen Gewerbeverbandes indes noch nicht äussern. «Ich wurde aber schon angefragt.»

Ein Entscheid, ob der Sozialdemokratin Anita Fetz eine bürgerliche Kandidatur entgegengestellt wird, soll sich im Januar entscheiden. Anita Lachenmeier, die der SP bei den letzten Wahlen 2007 den dritten Sitz wegschnappte, gibt sich kämpferisch: «Den Grünen steht in Basel ein eigener Sitz zu.» Und Beat Jans von der SP sowie Sebastian Frehner von der SVP wurden erst Ende Mai respektive Ende November vereidigt. Es ist davon auszugehen, dass sie sich dem Wahlvolk stellen.