Coronavirus

Nur noch kleinere Fasnachtsanlässe: Die Planung für 2021 ist im Gange

In Gelterkinden und anderen Gemeinden im Baselbiet wird es 2021 keine Fasnachts-Umzüge geben.

In Gelterkinden und anderen Gemeinden im Baselbiet wird es 2021 keine Fasnachts-Umzüge geben.

In einigen grösseren Baselbieter Gemeinden steht bereits fest: Umzüge gibt’s 2021 keine. Allerdings ist die Fasnacht nicht einfach abgesagt. Die genaue Planung inklusive Schutzkonzepte läuft bereits jetzt auf Hochtouren.

«Die Fasnacht 2021 wird ähnlich aussehen wie die Fasnacht 2020», sagt Peter Lüdin, Obmann des Prattler Fasnachtskomitees. In der Tat hat Pratteln als einer der wenigen Orte im Baselbiet bereits Erfahrungen mit einer eingeschränkten Fasnacht gesammelt: Während Liestal und Sissach zu Beginn der Corona-Pandemie mit dem Versuch einer «wilden Fasnacht» für Schlagzeilen sorgten, wurde in Pratteln mit Genehmigung der Gemeinde das Fasnachtsfeuer abgebrannt und der Schneemaa in die Luft gejagt. Am Sonntag und Dienstag waren die Cliquenkeller geöffnet. Der Umzug am Sonntag durfte allerdings schon nicht mehr stattfinden.

2021 ohne Umzüge dafür mit Fasnachtsdorf

All das gilt nach der ersten Sitzung von Komitee und Gemeinde auch für 2021: keine Umzüge, auch nicht für Kinder; Butz, Schneemaa, Fackelumzug und Fasnachtsfeuer können nach derzeitigem Stand jedoch stattfinden. Geplant ist ausserdem ein kleines Fasnachtsdorf mit Zelten und Bühnen für Guggenmusiken.

Die Cliquen haben laut Lüdin die Möglichkeit, für ihre Keller ein Schutzkonzept zu erarbeiten. Während der diesjährigen Fasnacht musste Pratteln spontan auf die Situation reagieren. Laut Lüdin ermöglichte die intime Stimmung ungewollt eine «Jahrhundertfasnacht: eine Fasnacht nur für Fasnächtler». Für 2021 schätzt er die Stimmung anders ein: «Es gibt jetzt mehr Frust. Die Einschränkungen stinken vielen.»

Schutzkonzept für Schnitzelbänke

In Gelterkinden, wo 2020 keine Fasnacht stattfand, wird für 2021 ähnlich geplant: Laut Fasnachtspräsident Rico Tirri werden am Sonntag der Apéro, am Montag die Wagenpräsentation und am Mittwoch Guggenkonzerte stattfinden. Für die Schnitzelbänke sollen mit den Beizen und Restaurants Schutzkonzepte erarbeitet werden. Der Vorstand und Vertreter der Cliquen haben ein Komitee 2021 gegründet; Tirri hofft, dass so «mehr Ideen auf den Tisch kommen».

Der Entscheid, den Umzug, den Kinderumzug und den Ball abzusagen, «ist uns sehr schwergefallen», sagt Tirri: «Wir können nur auf Verständnis hoffen: Lieber vernünftig sein und dafür gesund.» Zum «Cherus Gälti», dem grossen Guggentreffen, liegen noch keine Informationen vor.

Auf jeden Fall gibt’s eine Plakette in Breitenbach

Für die Fasnachtsveranstaltungen im Kanton gelten dieselben Coronamassnahmen wie für derzeitige Veranstaltungen. Laut Sicherheitsdirektion können Umzüge nur mit Sitzplätzen für alle Zuschauer, Maskenpflicht oder Sektoren à 100 Personen stattfinden. In Hallen müssten Masken getragen und der Abstand der Tische eingehalten werden. Realistisch durchführbar sind deshalb wohl nur Schnitzelbänke, die mit dem derzeitigen Schutzkonzept im Gastgewerbe zulässig wären.

In Breitenbach will man die Hoffnung allerdings noch nicht aufgeben und sucht noch nach Möglichkeiten, den Umzug, der normalerweise 6000 Zuschauer anlockt, durchzuführen, wie Claudio Spaar vom Komitee mitteilt. Laut Spaar gibt es Optionen, über die er wegen der laufenden Verhandlungen mit Gemeinde und Kanton aber nicht sprechen will. Ein endgültiger Entscheid soll Ende Oktober fallen. Eine Plakette soll es in jedem Fall geben.

In Birsfelden wartet Obmann Patrick Müller noch auf eine weitere Sitzung mit der Gemeinde. Auch in «Blätzbums» waren die Aktivitäten dieses Jahr auf die Beizenfasnacht reduziert. Allschwil wird seine Entscheidung erst Mitte Oktober treffen.

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