Zolli Basel
Nur Pinguine haben Ausgangsverbot

Die meisten Tiere geniessen die Trockenheit und die warmen Temperaturen. Für die Pinguine jedoch gilt je nach Temperaturen ab März oder April Ausgangsverbot. Sie verbringen die warmen Monate in ihrer Anlage am Ende des Vivariums.

Tobias Gfeller
Merken
Drucken
Teilen
Die Kängurus mögen die frühsommerlichen Temperaturen und strecken gerne ihren Bauch der Sonne entgegen. zvg

Die Kängurus mögen die frühsommerlichen Temperaturen und strecken gerne ihren Bauch der Sonne entgegen. zvg

Fröhlich genoss das indische Panzernashorn gestern Morgen die ersten Sonnenstrahlen des Tages. Immer wieder suchte es den Weg ins Wasser, wo es den Kopf wild von links nach rechts schwenkte.

Viele Tiere mögen die frühsommerlichen Temperaturen und die Trockenheit. So auch die Kängurus, die gerne einmal ihren Bauch der Sonne entgegenstrecken und sich ein wenig wie in Australien fühlen. «Für die meisten Tiere sind diese Wetterbedingungen kein Problem. Sie haben sich den hier herrschenden klimatischen Verhältnissen angepasst und können sich auch bei Extremsituationen wie in diesem Frühjahr bestens schützen», erklärt Zoo-Sprecherin Tanja Dietrich. So habe sie im Lamagehege die Tiere ähnlich den Kängurus beim Sonnenbaden beobachten können. «Wird es ihnen aber wirklich zu heiss, hat es auf allen Anlagen schattige Unterstände durch Bäume und Stallungen.»

Erste Störche geschlüpft

Im Basler Zoo hat es nur noch wenige Tiere, die sich ausdrücklich bei kalten Temperaturen wohl fühlen. So haben die Eisbären vor Jahren den Zolli verlassen. Sie litten im Sommer besonders unter der Sonne und der Hitze. Für die Pinguine gilt je nach Temperaturen ab März oder April Ausgangsverbot. Sie verbringen die warmen Monate in ihrer Anlage am Ende des Vivariums.

Ideal ist die momentane Trockenheit für die Störche. Bereits sind die ersten Jungtiere aus den Eiern geschlüpft und müssen von den Eltern warm behütet und gefüttert werden. Bei regelmässigen Regenschauern würden die Störche die Nester nur noch selten verlassen, um die Kleinen zu schützen. Wird es aber zu trocken, finden sie auf den Böden zu wenig Nahrung.

Nicht nur die Tiere erfreuen sich den aussergewöhnlichen Wetterbedingungen, auch den Zoo-Verantwortlichen erwärmt das Klima wortwörtlich die Gemüter. «Zahlenmässig sieht es bisher sehr gut aus. Wir hatten über Ostern sehr schöne und trockene Tage, was für uns von grosser Bedeutung war», so Tanja Dietrich. Entscheidend für den weiteren Verlauf des Jahres werden die Besucherzahlen an Auffahrt und Pfingsten sein. Bleibt das Wetter bis dahin stabil, könnten die Zahlen aus dem Vorjahr übertroffen werden. Diese waren im Vergleich zu 2009 leicht rückläufig. Dietrich betont aber, dass sich der Zoobesuch auch bei Regen lohne: «In den Häusern kann immer wieder die Trockenheit aufgesucht werden. Eine ideale Abwechslung, um trotz Regenwetter mit den Kindern raus zu gehen.»

Rückkehr der Menschenaffen

Diese Hoffnung wird genährt durch die geplante Rückkehr der Menschenaffen am 1. Juli. «Ausser den Orang-Utans, die sich weiterhin in Gelsenkirchen befinden, kommen alle Affen zurück. Danach wird kräftig an der neuen Aussenanlage gebaut, die dann im Sommer 2012 bezogen werden kann.» Dietrich geht davon aus, dass diese Rückkehr auch wieder mehr Besucher anziehen wird. Es habe sicherlich Stammgäste gegeben, die wegen der abwesenden Affen weniger oft in den Zolli gekommen seien.