Bundesfeier

Nur wenige wagen die Bundesfeier: Diese Gemeinden gehen das Risiko zum 1. August ein

Binningen wagt sich daran, eine Bundesfeier zu organisieren. Gefeiert werden soll rund um das Schloss.

Binningen wagt sich daran, eine Bundesfeier zu organisieren. Gefeiert werden soll rund um das Schloss.

Einige Gemeinden festen trotz Corona. Natürlich unter strenger Einhaltung der Corona-Vorschriften. Kommt es zu Ansteckungen, droht allen Gästen Quarantäne.

Ein Ort nach dem anderen sagt seine 1.-August-Feier ab. Zu gross ist der Respekt vor den Auflagen. Doch es gibt auch Ausnahmen – Binningen und Arlesheim etwa. Binningen kündigt eine grosse Feier rund ums Schloss an, mit Picknick im Schlosspark, Feuerstellen zum Bräteln, Show-Schwingen, Jassturnier, Live-Acts und Lampion-Bastelworkshops.

Gäste müssen sich registrieren

Die Gemeinde tüftelte ein umfassendes Schutzkonzept aus. Alle Besucherinnen und Besucher müssen sich registrieren lassen. Masken und Desinfektionsmittel sind laut Gemeinde vorhanden, sie warnt jedoch vorsorglich vor: «Wir weisen darauf hin, dass der Mindestabstand möglicherweise nicht immer eingehalten werden kann.»

In Arlesheim steigt die Bundesfeier auf dem Landgasthof Badhof. Auch dort müssen sich alle Gäste in Listen eintragen. Auf weitere mögliche Verhaltensanweisungen werde am Anlass selbst hingewiesen, schreibt die Bürgergemeinde, die das Fest organisiert.

Viele Orte sagten ihre Feiern bereits ab

Basel gab bereits im Mai bekannt, dass die Bundesfeier am Rhein am 31. Juli sowie die Bundesfeier auf dem Bruderholz am Tag danach nicht stattfinden könnten. Nach und nach folgten alle grösseren Orte in der Region. Abgesagt haben ihre Feiern unter anderem Aesch, Allschwil, Birsfelden, Dornach, Liestal, Münchenstein, Muttenz, Oberwil, Pratteln, Reinach, Riehen und Sissach.

Therwil zögerte lange, gab jedoch Ende Juni bekannt, die gesetzlichen Auflagen seien «zu streng, um in gewohnter Manier mit der Därwiler Bevölkerung den Nationalfeiertag zu feiern.»

Binningen wollte eh schon lange beim Schloss feiern

Dass Binningen trotzdem feiere, habe auch mit einer schon länger geplanten Neuausrichtung des Anlasses zu tun, sagt Gemeindepräsident Mike Keller (FDP): «Wir beschlossen bereits vor zwei Jahren, ein neues Konzept auszuarbeiten, damit breitere Bevölkerungskreise angesprochen werden.»

Die bisherige Feier auf dem Sportplatz Spiegelfeld sei traditionell ausgerichtet gewesen: Festgarnituren, Grill, Ansprache, Lampionumzug, Feuerwerk. «Wir entschieden ebenfalls 2018, künftig auf das Feuerwerk zu verzichten», sagt Keller. «Also brauchten wir neue Hauptattraktionen. Die haben wir jetzt unter anderem mit den Live-Acts und dem Show-Schwingen.»

Kritik am Entscheid, an der 1.-August-Feier festzuhalten, habe er keine vernommen, sagt Keller – im Gegenteil: «Als wir unseren Entscheid, den Anlass durchzuführen, Ende Juni im Einwohnerrat verkündeten, gab es spontan Applaus.»

Eintritt ist kostenlos – ein Ticket braucht es dennoch

Dass die Neuausrichtung der Bundesfeier auf den Corona-Jahrgang falle, ist laut Keller Zufall. Das Schlossgelände habe den Vorteil, dass es gut eingrenzbar sei. Alle Gäste müssten durch den Haupteingang eintreten. Genau vor solch einer Eingangskontrolle scheute sich Sissach. Der Gemeinderat sagte Mitte Juni zur bz, beim Festgelände, der Fussgängerzone, seien Zugangskontrollen nur mit immensem Aufwand möglich.

Der Bundesrat gab im Juni bekannt, Veranstaltungen mit bis zu 1000 Personen seien wieder erlaubt. Mike Keller sagt, er rechne mit 200 bis 300 Gästen. Zugelassen wären in Binningen maximal 1000 Personen. Ziehe man davon Personal und die Auftretenden ab, stünden 800 Tickets zur Verfügung. Stand gestern Montag waren 80 Reservationen eingegangen. Laut Gemeinde wird es in jedem Fall eine Abendkasse geben. Der Eintritt ist kostenlos.

Was bei einer nachgewiesenen Ansteckung mit Covid-19 passiert, führt Binningen auch aus: «Beim Falle eines positiven Falls müssen alle Kontaktpersonen in Quarantäne.»

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