In zwei Wochen ist Heiligabend. In vielen Stuben leuchtet dann ein geschmückter Weihnachtsbaum. Wer sein Bäumchen nicht aus dem Estrich in die Stube holt, abstaubt und schmückt, der muss sich schon bald einmal eine Tanne oder ein Tännchen aussuchen. Rot-, Weiss- und Nordmanntannen gibt es in der Stadt an jeder Ecke. Auf öffentlichem Grund werden an 14 Standorten Weihnachtsbäume verkauft.

Mehr Plätze als Verkäufer

Um eine Bewilligung auf der Allmend zu erhalten, müssen die Verkäuferinnen und Verkäufer ein Gesuch einreichen. Wer einen Platz bekommt, hat in diesem Jahr zum ersten Mal die Allmendverwaltung entschieden. Sie hat die Bewilligung des Weihnachtsbaumverkaufs vom Basler Präsidialdepartement übernommen. Viel zu prüfen und entscheiden gab es für die Verantwortlichen dieses Jahr allerdings nicht: «Aktuell stehen mehr Plätze für den Verkauf von Weihnachtsbäumen zur Verfügung, als von Verkäufern nachgefragt werden», sagt Daniel Hofer, Mediensprecher beim Bau- und Verkehrsdepartement. Deshalb seien die bisherigen Bewilligungsnehmer angeschrieben worden. Das habe die Stelle im Präsidialdepartement gleich gemacht.

Regional ist ökologisch sinnvoll

Keine Bewilligung von der Allmendverwaltung braucht die Bürgergemeinde Basel. Sie verkauft ab dem 16. Dezember Christbäume aus der Region beim Werkhof des Forstbetriebs in Birsfelden. Bis zu drei Meter hohe Tannen gibt es zu kaufen. «Ein grosser Vorteil unserer Bäume sind die kurzen Transportwege im Vergleich zu Tannen, die aus dem Ausland importiert werden», sagt Revierförster Christian Kleiber. Das mache einerseits ökologisch Sinn und andererseits seien die Bäume noch frisch, wenn sie in den warmen Stuben landen. Wer eine Tanne aus der Region kauft, verhindere zudem, dass fremde Arten oder Schädlinge eingeschleppt werden, und hat die Garantie, dass keine Spritzmittel verwendet wurden.

Die nachhaltige Alternative

Ein ungewohntes Angebot hat dieses Jahr der Verein für Sozialpsychiatrie Baselland (VSP). Neben Tannen aus der Region hat er auch etwa 50 Weihnachtsbäume im Topf im Angebot. Diese kann man über die Feiertage mieten. «Sie sind eine nachhaltige Alternative zur herkömmlichen Weihnachtstanne», sagt Claudia Voegelin vom Tageszentrum Werkhalle in Münchenstein. Die Miet-Tannen müssen nicht extra gefällt werden und können nächstes Jahr, etwas grösser, erneut als Christbaum vermietet werden.

Bei der Grösse sollte man allerdings keine allzu hohen Erwartungen haben: «Die Tännchen sind maximal 80 Zentimeter hoch», sagt Voegelin. Allerdings komme immer noch der Topf dazu. Der VSP bietet einen Lieferservice im Grossraum Basel an, wenn der Baum im Topf nicht selber abgeholt oder zurückgebracht werden kann.

Wenn die Tannen nach ihren Ausflügen in die warmen Stuben zurückkehren, kommen sie zuerst einige Wochen in einen geschützten Raum, damit sie keinen Kälteschock erleiden. Erst dann geht es für sie wieder ganz nach draussen. Die meisten bleiben im Topf. «Nur wenn sie zu gross sind, werden sie in den Boden gepflanzt», sagt Voegelin.

Weihnachtsbaum zum Selberfällen

Wer sich für den Weihnachtsbaumkauf etwas länger Zeit nehmen und ihn zu einem speziellen Erlebnis machen möchte, muss zwar die Stadt verlassen, wird aber zum Beispiel in Bottmingen fündig. Am kommenden Wochenende kann man seine Weihnachtstanne auf dem Mathis-Hof nicht nur aussuchen, sondern gleich selber fällen. Steht der Baum dann einige Tage später geschmückt in der Stube, weiss man nicht nur, dass er ein echter Bottminger ist, sondern kennt auch den Platz, wo er gewachsen ist.

Sägen gibt es vor Ort, man kann aber auch seine eigene bringen. Weil es auf dem Feld schlammig ist, hat Toni Mathis noch einen wertvollen Tipp für alle Besucher: «Wir empfehlen gute Schuhe und warme, wasserdichte Kleider – vor allem für die Kinder.»

Ein Punsch zum Abschluss

Ist der Wunschbaum gefällt, wird er auf einem Traktor zurück zum Hof transportiert. Die Hobby-Förster müssen zu Fuss zurück. Dafür erwartet sie nach dem etwa 15-minütigen Spaziergang auf dem Hof ein wärmendes Feuer und heisser Punsch. Wer hungrig ist, kann noch ein letztes Mal im alten Jahr eine Wurst über dem Feuer bräteln. Und die für die Erwachsenen gibt es Schnaps zum Degustieren.