Öffentlicher Verkehr
Basel geht bei den Haltestellen über die Bücher – diese Stationen verschwinden oder werden umgeplant

Um die Fahrzeit zu verkürzen, werden in Basel-Stadt sechs Haltestellen aufgehoben oder mit anderen Stationen verknüpft. Nicht bei allen Orten wurde bereits ein definitiver Entscheid gefällt.

Aimee Baumgartner 6 Kommentare
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Die Stationen St.-Johanns-Tor und Mülhauserstrasse sollen kombiniert werden.

Die Stationen St.-Johanns-Tor und Mülhauserstrasse sollen kombiniert werden.

Nicole Nars-Zimmer

Der Kanton Basel-Stadt rüstet die Tram- und Bushaltestellen gemäss Behindertengleichstellungsgesetz des Bundes Schritt für Schritt mit hohen Haltekanten aus. In den kommenden Jahren werden die Haltestellen demnach so umgebaut, dass das Ein- und Aussteigen für die Fahrgäste hindernisfrei möglich ist. Gleichzeitig befasst sich der Kanton auch mit der Frage, welche Stationen in Zukunft überhaupt noch benötigt werden.

In einer Mitteilung vom Dienstagnachmittag reagiert der Basler Regierungsrat auf einen Anzug von SVP-Grossrat Joël Thüring betreffend «Prüfung einer Aufhebung von Tram- und Bushaltestellen zur Attraktivitätssteigerung eines schnelleren Tram- und Busnetzes in Basel-Stadt». Der Regierungsrat hat festgestellt, «dass die politische Akzeptanz für eine etwas geringere Haltestellendichte zu Gunsten kürzerer Fahrzeiten gestiegen ist». Er empfiehlt dem Grossen Rat, den Anzug stehen zu lassen, und gibt Auskunft zu den geplanten Änderungen im ÖV-Netz.

Demnach sollen in Basel an sechs «dafür geeigneten Orten» Haltestellen aufgehoben oder zusammengefasst werden. Dies soll im Zeitraum zwischen den Jahren 2024 und 2028 geschehen, wie Adrienne Hungerbühler vom Bau- und Verkehrsdepartement auf Anfrage sagt.

Eine Station weniger auf dem Bruderholz

Bereits definitiv entschieden wurde, dass die 15er-Tramstation Airolostrasse 2024 aufgehoben wird. Diese befindet sich zwischen den Haltestellen Bruderholz und Studio Basel. Die Stationen Bernerring und Laupenring der Tramlinie 8 im Bachlettenquartier werden verknüpft. Wie bei allen Zusammenlegungen verschwinden die jetzigen Stationen und werden durch eine neue auf der Strecke dazwischen ersetzt. Zudem entfällt künftig auch die 3er-Haltestelle Im Westfeld beim Felix-Platter-Spital, wo aktuell ein neues Quartierzentrum gebaut wird.

Nur wenige Gehminuten entfernt soll auch die Station Ensisheimerstrasse (Buslinien 31 und 38) wegfallen. Dies empfiehlt der Regierungsrat. Obendrein sollen die von mehreren Tramlinien bedienten Stationen Musical Theater und Riehenring zusammengefasst werden. Über diese beiden Empfehlungen muss der Grosse Rat aber erst noch entscheiden. Noch in der Erarbeitung ist laut Adrienne Hungerbühler das Vorhaben, die Stationen St.-Johanns-Tor und Mülhauserstrasse zusammenzulegen.

6 Kommentare
Martin Wyss

Die Haltestellen Gewerbeschule/Messeplatz/Clarastrasse liegen 500m auseinander und zwei davon sind kein Knotwnpunkt… Könnten wohl auch alle zusammen am Messeplatz kombiniert werden. Schade! 

Thomas Zweidler

Mülhauserstrasse - St. Johanns-Tor zusammenlegen? Geht es noch. Das heisst für viele: Laufen, Laufen, Laufen..... (Alterszentrum Johanniter usw...) DAS ist der falsche Weg. Ist der schnelle Fahrplan wichtiger wie die (oft älteren) Kunden, welche zusteigen. Bitte unbedingt nochmals überdenken. Johanniter-Altersheim, Alterswohnungen usw.... bitte wehrt euch - DENN: Alle werden einmal älter ! (und schlecht zu Fuss). Hoffentlich auch die BVB-Fahrplan-Strategen....

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