Fliegen ist eine der grössten Klimasünden des Menschen. Rund fünf Prozent trägt allein der Flugverkehr zum menschgemachten Klimawandel bei. Dabei sind die Lehrbeauftragten der Universität Basel nicht unschuldig. Regelmässig fliegen sie für Vorträge und Kongresse ins Ausland. Der Studierendenrat fordert nun, dass die Uni strengere Regeln erlässt für die Flugreisen.

Ein Mitglied hat an der letzten Versammlung den Antrag gestellt, dass die Uni-Angehörigen erst ab 1000 Kilometer Reisedistanz das Flugzeug nehmen dürfen – ausgenommen sind Forschende, die teils kurzfristige Flüge buchen müssten. Giuliano Borter, Präsident der Studentischen Körperschaft der Uni Basel (Skuba), sagt, er begrüsse das Anliegen und könne die Argumentation nachvollziehen. «Flüge sind schlecht fürs Klima und tragen massgeblich zur Erderwärmung bei», sagt er. Der Antragssteller aus dem Studierendenrat habe betont, dass die Uni Mitverursacherin des Klimawandels sei.

Ausschlaggebend für das Anliegen, das von mehreren Studenten eingebracht worden war, war offenbar die Exkursion einer Lehrveranstaltung nach Paris, bei der für die Anreise ein Flug vorgesehen war. «Diesen ökologischen Unsinn wollen wir unterbinden», sagt Studierendenratspräsidentin Anna Viola Bleichenbacher. Schliesslich wäre Paris in guter Zugreisedistanz gelegen.

Das Spesenreglement der Universität sieht zwar vor, dass «Flugreisen auf das Notwendigste zu beschränken» sind. Dies allerdings wohl eher aus ökonomischen denn aus ökologischen Gründen. Schliesslich ist der Passus mit dem Zusatz versehen, dass den Mitarbeitern «in der Regel» die Touristenklasse vergütet würde.

ETH ist weiter als die Uni Basel

Was die ökologischen Bestrebungen angeht, ist die ETH Zürich weiter: Schon seit über zehn Jahren erfasst sie den CO2-Ausstoss ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Eine sogenannte Mobilitätsplattform, die von zwei Angestellten betreut wird, zeigt Alternativen zu den Flugreisen auf. Gleichzeitig gibt es ein Monitoring über den Kohlendioxidausstoss der 13 000 ETH-Mitarbeiter. Gemäss jüngsten Erhebungen fliegen sie jährlich insgesamt über 5000 Mal um die ganze Welt.

«Zu viel», sagte ein Schulleitungs-Mitglied anfangs vergangenen Jahres zum «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Künftig werde man an der ETH vermehrt auf die Möglichkeit von Videokonferenzen aufmerksam machen. ETH-Sprecherin Anna Maltsev weist auf die weiteren Anstrengungen der Hochschule hin: «Dieses Jahr sind alle Departemente von der Schulleitung beauftragt, verbindliche Ziele und entsprechende Massnahmen zur Reduktion ihrer Flugreisen für die Jahre 2019–2025 zu erarbeiten.»

In Basel ist man davon weit entfernt. Der Antrag auf das Flugverbot für Reisen unter 1000 Kilometer wird nun von der Skuba dem Rektorat unterbreitet. Ob es je zu «verbindlichen Richtlinien» kommt, wie Borter fordert, ist allerdings ungewiss. Seitens der Uni blieb jedenfalls eine entsprechende Anfrage der bz gestern ohne Antwort.