Mit dem Preis ehrt der Kanton zweimal jährlich aussergewöhnliches Engagement im Alltag. Hugenschmidt freut sich über die Anerkennung der Schappo-Preis-Jury. «Ich hoffe, dass uns durch den Preis der Zugang zu den Medien erleichtert wird und wir neue Mitglieder gewinnen können.»

Brand als Geburtsstunde

Nach dem Chemiebrand von Schweizerhalle am 1. November 1986 formierte sich die Arbeitsgemeinschaft Oekostadt Basel, aus welcher 1987 schliesslich der Verein Ökostadt wurde. «Zu unseren Spitzenzeiten hatten wir über 700 Mitglieder», erzählt Hugenschmidt, mittlerweile seien es noch rund 250. «Ökostadt ist nicht nur Blümchen pflanzen und giessen», sagt die Präsidentin. «Seit jeher sind uns gesamtstädtische Anliegen wichtig. Wir haben in den letzten Jahren den Fokus stark auf stadtökologische Aufgaben gerichtet.» Dazu gehören die Fassadenbegrünungen an der Elsässerstrasse, die Bepflanzung des Wettsteinallee-Kreisels mit Osterglocken und die 25 000 Frühlingsblumen in der Stadt, die der Verein für das Projekt «Basler Frühling» zusammen mit Helfern gepflanzt hat.

Das Bewusstsein für Umweltthemen habe sich seit dem Chemieunglück geändert, sagt Hugenschmidt. «Allerdings sind viele Junge heute nicht wirklich umweltbewusst. Sie verdrängen die globalen Zusammenhänge und gehen lieber abtanzen.» Der Umweltschutz beginne aber im Kleinen, sagt sie. «Ökostadt sieht die weltweiten Zusammenhänge, doch wir wollen mit kleinen Schritten eine positive Entwicklung bei lokalen Themen erreichen.»

Energie wird wieder wichtiger

«In Zukunft möchten wir uns vermehrt den Energiethemen des Euro-Airports und der Stadt Basel annehmen.» Es könne nicht sein, dass die Regierungen zwar über den Atomausstieg nachdächten, aber nicht energischer vorwärtsgingen: «Für die Energiewende müssen wir alle aktiv werden und Energien sinnvoller nutzen statt verschwenden.» Beim Flughafen Basel-Mulhouse sähe es ähnlich aus. «Wenn wir verschiedene Probleme im Flugverkehr nicht heute ansprechen, wird es in Zukunft immer schwieriger.» Dazu gehörten Lärmemissionen, eine Plafonierung, die Kostenwahrheit im Flugverkehr und ein sinnvolles Nachtflugverbot.

Und bereits am 1. Juni steht das erste neue Projekt an: Im Rahmen der Umweltwochen Basel-Stadt lanciert der Verein auf dem Barfüsserplatz einen «Energie-Parcours». «Wir wollen auf spielerische Art und Weise den Leuten eindrückliche Verbrauchszahlen präsentieren und sie in einem sportlichen Rundgang zum Energiesparen motivieren.» Denn wer Energie sparen wolle, sollte vermehrt seine eigene Energie einsetzen, sagt Hugenschmidt. (jag)