Die neue Museumsstrategie wird politisch in weiten Kreisen wohlwollend aufgenommen, gleichzeitig äussern praktisch alle Parteien mehrere «Aber». Das grösste Lob kommt wenig überraschend von den Grünen, der Partei der zuständigen Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann. Die Museumsstrategie biete eine gute Grundlage für die Entwicklung der Museumslandschaft. Zu begrüssen sei, dass sich die Regierung klar gegen eine Auslagerung gestellt hat.

Auch die SP attestiert: «Die Museumsstrategie formuliert wichtige Ziele und deutet Wege an, die der Regierungsrat mit den Museen gehen möchte.» Das Papier gebe mehr her, als man befürchtete, so die SP. Die Sozialdemokraten geben sich punkto Kosten kritisch: Der Anteil der Museen am Kulturbudget solle nicht weiter anwachsen. Allenfalls müsste das gesamte Kulturbudget erhöht werden.

Auch die CVP reagiert positiv: «Die Vorlage ist ausgewogen, konsequent und ein klares Bekenntnis zu den staatlichen Museen im Kanton.» Begrüssenswert sei etwa das neue Globalbudget über vier Jahre, welches den Museen einen grösseren Spielraum überlasse.

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«Keine Visionen»

Kritischer sehen es die anderen bürgerlichen Parteien: «Im Prinzip ist dies keine Museumsstrategie, sondern eine Pendenzenliste», sagt FDP-Präsident Luca Urgese. Die Unterstützungskriterien seien so definiert worden, dass man alle Museen wie bisher unterstützen kann und zusätzlich die Löcher stopft, wo der Bund abgesprungen ist. «Man hat keine Visionen, sondern löst einfach Probleme mit dem Geld von Steuerzahlern.» Die entscheidenden Fragen bei der Finanzierung blieben unbeantwortet, so die FDP.

Auch die LDP schlägt bei grundsätzlicher Zufriedenheit kritische Töne an: Es gebe zwar nun eine Strategie, aber die notwendigen Grundlagen erhalte man erst in den kommenden Jahren, monieren die Liberalen mit Blick auf die ausstehenden Betriebsanalysen, die baulichen Abklärungen für die Nachnutzung im Berri-Bau oder die definitive Bauabrechnung des Erweiterungsbaus des Kunstmuseums.

Die deutlichsten Worte findet die SVP: «Nur ein kleiner Wurf, der viele Fragen offen hält», meint Parteipräsident Lorenz Nägelin. «Neben vielen Allgemeinplätzen bleibt die Museumsstrategie sehr ungenau.» Weiter fordert die Partei, dass die Museen ihren Eigenfinanzierungsgrad erhöhen.

Elisabeth Ackermann zu finanziellen Problemen der Basler Museen

«Kein Preisschild»

Spannend ist auch die Einschätzung von SP-Grossrat Tobit Schäfer, Präsident der Geschäftsprüfungskommission. Diese hatte im Sommer Druck gemacht, indem sie ankündigte, bis zum Erscheinen des Strategiepapiers keine Entscheide zur Museumspolitik mehr zu fällen. Als ein «Schritt in die richtige Richtung», ordnet Schäfer die Museumsstrategie nun ein. «Die wirkliche Arbeit fängt aber nun erst an», sagt er mit Blick auf die Analysen, Studien und Revisionen. Seine grösste Kritik: «Die Strategie hat kein Preisschild.» Beim Lesen werde aber klar, dass die Museumspolitik deutlich teurer werde.

Elisabeth Ackermann will die Museumsdirektoren an der langen Leine lassen