Anfang Monat hat sich für Omar Mahmoud Sayed Gaber (26) der Kreis geschlossen: Er spielt wieder in der obersten ägyptischen Liga. Der Traum, dem Weg seiner Nationalmannschaftskollegen Mohamed Salah und Mohamed Elneny zu folgen und den FC Basel als Sprungbrett in die englische Liga zu nutzen, ist für den rechten Verteidiger nicht wahr geworden.

Vor zwei Jahren wechselte Gaber für 1,65 Millionen Euro mit einem Vierjahresvertrag nach Basel. In seiner Heimat war Gaber bereits ein Star. Doch statt einen festen Platz in der Stammelf, eroberte Gaber beim FCB lediglich einen sicheren Sitz auf der Ersatzbank. Nach 18 Monaten war klar, dass sich daran nichts mehr gross ändern wird. Gaber wechselte daraufhin auf Leihbasis in die USA zu Los Angeles FC. In den örtlichen Medien war er dort vor allem gefragt, um über seinen Freund Salah Auskunft geben zu können. Während dessen Marktwert auf 150 Millionen Euro hochschoss, fiel jener von Gaber gemäss dem Onlineportal Transfermarkt zunächst auf 1 und mittlerweile auf 0,6 Millionen Euro.

Schneller Doppelwechsel

Anfang Juli überstürzten sich die Transfermeldungen geradezu. Am 11. Juli hiess es, Los Angeles FC habe Gaber für 300'000 Euro definitiv vom FC Basel übernommen. Am Tag darauf meldeten die Agenturen, Gaber sei für einen unbekannten Preis in die Heimat zu Pyramids FC transferiert. Als Motiv werden «familiäre Gründe» des Spielers angegeben.

Bei allem Handel ging vergessen, dass Gaber in Basel auch Steuern zu zahlen gehabt hätte. Da offenkundig keine Deklaration vorliegt, hat die Steuerverwaltung Basel-Stadt nun eine Veranlassungsverfügung erlassen, in der Einkommen und Vermögen des Spielers geschätzt werden. Da die Wechsel des Spielers zwar einfach nachzulesen sind, aber den Formalien nicht Rechnung getragen wurde, ist Gaber für die Basler Behörden «unbekannten Aufenthalts». In solchen Situationen wird die Eröffnung einer Steuerveranlagung öffentlich ausgeschrieben, um den Zahlungspflichtigen dreissig Tage Zeit zu geben, dagegen allenfalls Einspruch zu erheben.

Spielerische Rundumbetreuung

Die Angelegenheit ist dem FC Basel etwas unangenehm. Rechtlich ist der Verein nicht verpflichtet, die Steuermoral seiner Fussballsöldner zu überwachen. Auf die entsprechende Mediennachfragen hat er sich jedoch vorbereitet: Für Privatangelegenheiten sei der Club grundsätzlich nicht zuständig, sagt FCB-Sprecher Simon Walter auf Anfrage. Tätig werden könne er auch nur, wenn er dafür vom Spieler bevollmächtigt werde. Eine solche Vollmacht sei aber nicht vorgelegen, sagt Walter.

Normalerweis ist jedoch gerade der FC Basel stolz auf das Wohlfühl- und Integrationspaket, das er neuen Spielern aus anderen Kulturen bietet. Walter verspricht denn auch der Sache nachzugehen, warum in der Rundumbetreuung die Steuern vergessen gingen.