Bilingualität

Offensive zur Stärkung der Mehrsprachigkeit an der Oberrheinkonferenz

Regierungspräsident Guy Morin will damit dem nationalstaatlichen Abschotten entgegen wirken.

Regierungspräsident Guy Morin will damit dem nationalstaatlichen Abschotten entgegen wirken.

Die Oberrheinkonferenz will mit Schulpartnerschaften, Frühlern- und Austauschprogramme gegen Rückgang der Bilingualität vorgehen. Regierungspräsident Guy Morin will damit dem nationalstaatlichen Abschotten entgegen wirken.

Die Oberrheinkonferenz (ORK) will durch eine Oberrhein-Charta die Mehrsprachigkeit fördern und so «dem Rückgang der Bilingualität, wie er sich zur Zeit abzeichnet, entschieden entgegen wirken.» Er bedeute einen massiven Rückschritt für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft.

Die Charta sieht eine trinationale Steuerungsgruppe, Partnerschaften zwischen Schulen, Frühsprachlehrprogramme in Vor- und Grundschule und Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen vor.

In der ORK arbeiten Behörden- und Regierungsvertreter aus Baden, Elsass, Nordwestschweiz und der Südpfalz zusammen, ein Gebiet mit sechs Millionen Einwohnern. Das Präsidium unter Leitung des Präsidenten, des Baselbieter Regierungsrats Urs Wüthrich, kam heute zu seiner zweiten Sitzung 2013 in Basel zusammen.

Während der Medienkonferenz betonte der Basler Regierungspräsident Guy Morin wie wichtig die Kooperation insbesondere in Zeiten mit wirtschaftlich schlechten Rahmenbedingungen mit einer «Tendenz zum nationalstaatlichen Abschotten» sei.

Sorge zum Euro-Airport haben

So sei der Verzicht auf den Bau des zweiten Abschnitts des TGV-Rhin-Rhône ebenso Thema gewesen wie die Schwierigkeiten mit der Besteuerung auf dem Euro-Airport (EAP). Morin formulierte einen Appell an Frankreich, «sehr Sorge zum EAP zu haben.»

Auch hinsichtlich der Rückstufung der Hochrheinstrecke, die elektrifiziert werden sollte, müsse man den Druck aufrechterhalten. Zum TGV sagte er: «Das ist ein Verlust für die Infrastruktur der ganzen Region. Die Anbindung ist extrem wichtig.»Urs Wüthrich sah das ähnlich:«Es wäre, wie wenn wir den Seelisbergtunnel nicht gebaut hätten.»

Neben den aktuellen Themen ging es um die Entwicklung einer gemeinsamen Klimaschutz- und Energiestrategie, mit der der Oberrhein im europäischen Vergleich eine Vorreiterrolle einnehme.

Positiv entwickelt hat sich die Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich, die weiter intensiviert werden soll. Das deutsch-schweizerische Pilotprojekt zwischen Basel und Lörrach wird fortgeführt. Die Zahl der Patienten aus der Schweiz, die sich im nahen Deutschland behandeln liessen, ist seit 2007, wenn auch auf niedrigem Niveau, beständig gestiegen. 2012 betrug sie 260.

Für leisere Güterzüge

In einem Beschluss setzte sich das ORK-Präsidium für die Reduzierung der Lärmbelästigung durch den Schienengüterverkehr ein. Es begrüsste den von der Schweiz eingebrachten Gesetzesentwurf, ab 2020 geräuschvolle Bremsbelege zu verbieten und lud die deutsche und französische Regierung ein, dies auf europäischer Ebene zu unterstützen.

Seit kurzem wurde am Oberrhein ein grenzübergreifender Fischereischein eingeführt. Die Durchwanderbarkeit des Rheins für Lachse ist neu nicht mehr für 2020, sondern für 2027 vorgesehen.

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