Mikro-Erdbeben
Öffnung des Basler Geothermie-Bohrlochs verzögert sich

Das wegen einer Zunahme vom Mikro-Erdbeben angeordnete stufenweise Öffnen des Geothermie-Bohrlochs in Basel dauert länger als die ursprünglich angenommenen zehn Wochen. Grund sind Verzögerungen beim Druckabbau im Bohrloch.

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Die Geothermie-Bohrung in Basel führte 2006 zu einem Erdbeben der Stärke 3,4 auf der Richterskala. (Archivbild)

Die Geothermie-Bohrung in Basel führte 2006 zu einem Erdbeben der Stärke 3,4 auf der Richterskala. (Archivbild)

KEYSTONE/PATRICK STRAUB

Zwischen dem wöchentlichen Druckablassen wurde ein teilweiser Wiederanstieg des Drucks beobachtet, wie es bei den Industriellen Werke Basel (IWB) am Mittwoch auf Anfrage hiess. Um den Druck vollständig abzubauen, seien daher mehr Absenkungsstufen erforderlich als ursprünglich geplant.

Zum ersten Mal geöffnet worden war das Bohrloch in Kleinhüningen am 12. Juli. Bis anhin stand es laut den IWB zwölfmal kurzzeitig offen. Zu Beginn hatten die Verantwortlichen für das Druckablassen zehn Wochen eingeplant. Derzeit gehen die Fachleute davon aus, dass es noch vier bis sechs weitere Wochen dauert, bis der Druck vollständig abgebaut ist.

Insgesamt nimmt der zu Beginn der Reduktionsmassnahmen gemessene Druck nach Auskunft der IWB jedoch schrittweise ab. Der Wasser- und Gasaustritt während der Öffnungen ist bezüglich Menge und Zusammensetzung zudem wie erwartet. Ausserordentliche seismische Ereignisse wurden bislang keine registriert, wie es weiter hiess.

Konzept zur langfristigen Sicherung in Arbeit

Das Öffnen des Bohrlochs war Ende März vom Gesundheitsdepartement Basel-Stadt verfügt worden. Grund war eine Zunahme noch nicht spürbarer Mikrobeben - dies durch den Anstieg des Drucks unter dem Deckel des geschlossenen Geothermie-Bohrlochs. Mit dem Öffnen soll die Wahrscheinlichkeit eines spürbaren Bebens verringert werden.

Um einen erneuten Druckaufbau zu verhindern, soll das Bohrloch nach dem Öffnen für mehrere Jahre unverschlossen und danach langfristig gesichert werden. Ein Konzept dafür soll bis Ende Jahr vorliegen. Massgeblich für das Konzept seien die Erkenntnisse der Öffnungsphase.

Das Bohrloch war im Rahmen eines Basler Geothermie-Versuches erstellt worden. Die Bohrung begann 2006 nach mehrjährigen Vorbereitungen. Das "Deep Heat Mining"-Projekt wollte Kaltwasser im Tiefengestein aufheizen und die Wärme oben nutzen, wozu vorab der Fels unten mittels Wasserdruck durchlässig gemacht werden sollte.

Dieses "Klüften" genannte Verfahren löste jedoch Erdstösse aus. Am 8. Dezember 2006 erschütterte ein deutlich spürbares Erdbeben der Stärke 3,4 die Region, welches das Ende des 100-Millionen-Projektes bedeutete. Seit 2012 überwacht der Schweizerische Erdbebendienst die Lokalität im Auftrag des Stadtkantons.