Einfach so ins Joggeli reinspazieren, in der Muttenzerkurve eine Wurst essen oder dort ein Bier trinken, wo normalerweise die Medienvertreter sitzen. Am Wochenende war genau das möglich. Unter dem Motto «zämme feschte» lud der FC Basel zum grossen Stadionfest.

Am Freitagabend, als das Joggeli um 17 Uhr seine Tore öffnet, ist der Andrang noch überschaubar. Diejenigen, die den Weg ins Stadion gefunden haben, schauen gemütlich den FCB-Frauen beim Trainieren zu. In der Captains Lounge messen sich einige an der Spielekonsole oder am Töggelikasten. Und dann, dramatische Musik: mit rotem und blauem Rauch sowie knallenden Böllern werden die neuen FCB-Trikots präsentiert. Es trudeln immer mehr Leute ein, denn jetzt gibt sich auch die erste Mannschaft die Ehre. Geduldig werden Leibchen verteilt. Ricky van Wolfswinkel und Silvan Widmer wagen sich sogar bis auf die obersten Zuschauerränge. Da wird ein Selfie geschossen und dort die Unterschrift des Lieblingsspielers abgestaubt. Als die Fussballer dann wieder in den Katakomben verschwinden, holen sich die meisten Fans noch schnell eine Stärkung an einem der Essensstände.

Dann geht die Party erst richtig los. Langsam verschieben sich die Leute in Richtung Sektor C. Da wird nämlich einiges geboten. Auf der Konzert-Plattform heizen Marius Bear, Baschi und Pyro dem Publikum ein. Im gut gefüllten Bereich wird zu «Bring en hei» lauthals mitgesungen, FCB-Schals werden in die Höhe gehalten, es wird ausgelassen gefeiert. «Joggeli, Joggeli, Joggeli», hallt es durch die Gänge. Am Konzert von Pyro stimmt die Menge immer wieder zu Fangesängen ein, was den Rapper sichtlich rührt: «Oh mein Gott, ich habe Gänsehaut.»

Der zweite Tag des Stadionfests steht ganz im Zeichen der Nostalgie. Sechzig ehemalige Spieler haben sich säuberlich in alphabetischer Reihenfolge – von Andermatt bis Zwyssig – zur Autogrammstunde aufgereiht. Dafür stellen sich die Fans gerne in die Schlange, der Andrang ist riesig. Kurz darauf dürfen die Zuschauer so richtig in Erinnerungen schwelgen. Dann duellieren sich die Legenden nämlich auf dem heiligen Rasen. Mladen Petrić zieht sogar noch einmal die Goalie-Handschuhe an.

Auch sonst ein lustiges Spektakel, denn einige der ehemaligen FCB-Helden sind doch schon etwas in die Jahre gekommen. «Ich suche noch das Sauerstoffzelt», sagt Bernt Haas nach dem Spiel ins Mikrofon. Luca Zuffi und Fabian Frei schauen dem Treiben gemütlich von der Tribüne aus zu. Sie sind erst ein paar Stunden später dran. Am selben Abend findet nach dem Match des FCB-Dream-Teams das Jubiläumsspiel der ersten Mannschaft gegen den VfB Stuttgart statt –  trotz 2:3-Niederlage ein weiteres Highlight.

Am Sonntag toben sich die Kleinen nochmal ausgiebig am «Familien-Grümpeli» aus. Andere treffen sich zum gemütlichen Brunch. Mit Dudelsäcken, Pauken und Trommeln ist der Gastauftritt des Basel Tattoo ein weiterer Höhepunkt. Ein krönender Abschluss für ein gelungenes Fest, bei dem Jung und Alt voll auf ihre Kosten gekommen sind.