Das Lysbüchel-Areal soll künftig Wohnungen und Gewerbe beherbergen. Diesen Plan der Regierung stützt auch die Bau- und Raumplanungskommission (BRK) des Grossen Rates nach rund einem halben Jahr intensiver Beratung. Und zwar überraschend deutlich: Gerade mal zwei der 13 Mitglieder der Kommission stimmten gegen den Ratschlag VoltaNord. Der klare Entscheid ist eine politische Ohrfeige für den Gewerbeverband: Seit Jahren opponiert dieser gegen die Mischnutzung und fordert, das Areal vollumfänglich dem Gewerbe zu überlassen.

Bisher hatte der Gewerbeverband die bürgerlichen Parteien in dieser Frage hinter sich. Nun aber bröckeln die Fronten. Offenbar haben nur noch die beiden SVP-Vertreter in der BRK gegen die Pläne der Regierung gestimmt. Damit dürfte die Vorlage der Regierung auch im Parlament keine grösseren Probleme haben. Für Präsident Jeremy Stephenson (LDP) waren für zwei Punkte entscheidend für den Entscheid der Kommission: «Der Gewerbeverband hat bei uns einen sehr sturen Eindruck hinterlassen», sagt er.

Vermutlich wäre eine flexiblere Lösung möglich gewesen, wenn sich der Verband kompromissbereiter gezeigt hätte. Wichtig sei der Kommissionsmehrheit auch gewesen, dass es auf dem Lysbüchel vorwärts geht. Die SBB – einer der grössten Bodenbesitzer – haben unlängst angekündigt, ihr Areal für rund zehn Jahre brach liegen zu lassen, falls der Bebauungsplan nicht durchkommt.

Platz für 1900 Personen

Auf dem 11,7 Hektar grossen Areal, das heute nur gewerblich genutzt wird, sollen 2000 bis 3000 neue Arbeitsplätze entstehen und neuer Wohnraum für 1300 bis 1900 Personen geschaffen werden. Geplant sind unter anderem ein Schulhaus und ein Natuschutzgebiet. Für die weitere Entwicklung des Kantons ist Lysbüchel ein politischer Gradmesser. Sollten bereits bei diesem Areal unüberwindbare Differenzen auftauchen, wäre dies ein Rückschlag für die weiteren Transformationspläne etwa im Hafen, Güterbahnhof Wolf oder dem Projekt Klybeckplus.