Vielen Rentnern ist sie nicht bekannt, die Ombudsstelle. Dabei könnten wohl einige Seniorinnen und Senioren ihre Hilfe gebrauchen. Die Aufgabe der Stelle ist nämlich, ältere Menschen zu schützen, wenn sie oder ihre Angehörigen überfordert sind. Es geht um Konfliktsituationen, die in Institutionen auftreten wie Spitex, Curaviva, Alterssiedlungen sowie diverse Spitäler in der Nordwestschweiz. Dabei können die verschiedensten Fälle bei der Ombudsstelle, die unter Schweigepflicht steht, deponiert werden.

Wie Regula Diehl, Ombudsfrau der Basler und Baselbieter Ombudsstelle für Altersfragen und Spitex und der Ombudsstelle Spitäler Nordwestschweiz, an der Monatsversammlung der Grauen Panther erklärt: «Die Menschen kommen bei Kommunikationsschwierigkeiten, Problemen in finanziellen Situationen zu uns, oder wenn sie Opfer von Gewalt werden.» Das könne beispielsweise passieren, wenn jemand nicht mit der eingeschränkten Selbstständigkeit im Heim klarkomme oder in ein Heim gebracht wurde, ohne dass die Kinder darüber informiert wurden. Viele der Betroffenen seien aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, sich bei der Stelle zu melden. In 80 Prozent der Fälle würden deshalb Angehörige, Pflegepersonen oder Nachbarn an sie herantreten.

Da die Stelle eher zurückhaltend ist und sich nicht gross in den Medien präsentiert, sei sie vielen älteren Personen nicht bekannt. «Uns haben auch schon Anfragen erreicht bezüglich Stützstrümpfen oder Ähnlichem», sagt Diehl, dies sei nicht die Aufgabe der Ombudsstelle. «Meine Aufgabe ist zu klären und zu vermitteln». Die Ombudsstelle sei keine Aufsicht und habe auch keine Entscheidungskompetenz. Sie sei neutral und unbürokratisch, Rentner können einfach per Telefon oder E-Mail an sie gelangen.

Was tun bei häuslicher Gewalt

Die Ombudsstelle für Altersfragen und Spitex in Basel und im Baselbiet ist jedoch nur bei Konflikten im Zusammenhang mit den bereits genannten Institutionen zuständig. Es stellt sich die Frage, an wen sich Betroffene häuslicher Gewalt wenden können. In solchen Fällen steht die Unabhängige Beschwerdestelle Alter zur Verfügung, die ihren Sitz in Zürich hat.

Geschäftsleiterin Ruth Metter Ernst erklärt, welche Fälle sie schon bearbeitet hat: «Es kann beispielsweise sein, dass Angehörige den dementen Menschen an einen Stuhl anbinden oder ihn an den Haaren reissen. Falls ein Nachbar dies mitbekommt, soll er sich bei uns melden.»