Felix Platter

Operation gelungen: Das Spital steht

Der High-Tech-Neubau ist eröffnet. Jetzt hofft die Universitäre Altersmedizin Felix Platter auf einen Patientenzustrom.

Noch vor zehn Monaten gab es im Rohbau der Universitären Altersmedizin Felix Platter vor allem eins: Kabelsalat. Am Freitag wurde das Spital eröffnet. Nur sechs Jahre dauerte die Umsetzung des Verwaltungsentscheids. «Normalerweise rechnet man mit zwölf», sagt Felix-Platter-CEO Jürg Nyffeler.

Mit seinem blassgrünen Gewand fügt sich der 252-Millionen-Bau eher unauffällig in seine Umgebung ein. Entstanden ist das Bauprojekt gemäss Aussagen der Verantwortlichen vor allem deshalb, weil der Altbau den behördlichen Auflagen nicht mehr entsprach. Bei der Umsetzung lag ein Schwerpunkt darauf, das Zentrum für sein Umfeld zu öffnen.

«Das Haus will sich nicht abschotten, sondern Teil des Quartiers und der Stadt sein», sagt der Vorsteher des Gesundheitsdepartements Basel-Stadt, Lukas Engelberger, an der Medienkonferenz zur Eröffnung des Neubaus. Neben der optischen Eingliederung ins Quartier will das Spital auch auf sozialer Ebene Brücken schaffen. «Das gastronomische Angebot ist offen für die Bevölkerung», so Engelberger.

Neues Design, neues Image?

«Unsere Vision war schon vor dem Bau, eine führende universitäre Altersmedizin in der Schweiz zu sein», meint Felix-Platter-Verwaltungsratspräsident Thomas Giudici. Er sei sich bewusst, dass eine solche Aussage nicht sonderlich bescheiden wirke, wolle aber zeigen, dass es sich dabei nicht nur um einen beliebigen Marketingspruch handle.

Die Vision sei mit dem Neubau, der nun alle stationären und ambulanten Bereiche der Akutgeriatrie, Alterspsychiatrie und Reha unter einem Dach vereint, bereits Realität geworden. «Mir ist bewusst, dass der Basler, der seit fünfzig Jahren hier in der Region wohnt, das Felix Platter nicht mit dieser Vision assoziiert.» Da zwischen der tatsächlichen Leistung und dem bisherigen Image des Spitals eine Diskrepanz herrsche, habe man sich für ein neues Firmendesign entschieden.

«Bei der Entwicklung des neuen Logos haben wir uns vom Gebäude selbst inspirieren lassen», weiss Giudici. Es handelt sich dabei um eine minimalistische Darstellung des Neubaus aus der Vogelperspektive. Um das graue Zentrum herum sind in Farbe die Innenhöfe illustriert. «Damit wollen wir die vielen Elemente zeigen, die mit dem Zentrum in Beziehung stehen», sagt Giudici.

Neubau hilft bei der Heilung mit

«Beziehung» sei ein weiterer Schwerpunkt des Projekts. Denn letztlich sei Altersmedizin Beziehungsmedizin. Dass es sich beim neuen Zentrum um einen High-Tech-Bau handelt, könnte in zwischenmenschlicher Hinsicht ein Problem darstellen. Diesen Aspekt habe man aber bedacht, so der Verwaltungsratspräsident. «Wir wollten zwar in der Digitalisierung so modern wie möglich sein, der Patient soll davon aber nichts merken.»

Der Umgang mit den Patienten bleibe persönlich, die Behandelnden könnten lediglich auf ein hochmodernes Computersystem zurückgreifen. «Dass nun alle Bereiche in einem Gebäude untergebracht sind, ist für uns eine grosse Erleichterung», sagt Reto Kressig, ärztlicher Direktor des Zentrums. Das spezielle altersmedizinische Bedürfnis der Patienten sei von den Architekten aufgenommen worden. «Das Gebäude hilft bei der Heilung mit», sagt Kressig.

Die vielen grossen Fenster sorgen für lichtdurchflutete Räume. Unterstützt durch Tageslicht-imitierende Lampen wirken diese antidepressiv – so müssen weniger Medikamente verabreicht werden. Einzigartig: Ein gebäudeinternes Therapiebad, das – wie schon die Nasszellen – bereits vor zwei Jahren fixfertig auf die Baustelle verfrachtet wurde. Vor einem halben Jahr hat man es ausgepackt und eingebaut. Mit dem Neubau hoffen die Verantwortlichen auf einen Patientenzustrom – und ein besseres Image.

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Autor

Chloé Oberholzer

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