Seit letztem August begeistert das Orang-Utan-Mädchen Padma die Besucher und Besucherinnen des Zollis. Doch wer ist der Vater der Kleinen? Diese Frage beschäftigt den Zoo Basel vor allem aus einem Grund: Für Orang-Utans existiert ein Erhaltungszuchtprogramm.

Deswegen wird dafür gesorgt, dass in den Zoos nur möglichst passende Orang-Utan-Paare miteinander Nachwuchs haben. Passend heisst im Fall der Erhaltungszuchtprogramme, dass die Partner möglichst wenig verwandt sein sollten, damit die genetische Vielfalt der Zoo-Population erhalten bleibt.

Padmas Mutter Maja lebt in einer Kleingruppe von Orang-Utans, die aus mehreren Weibchen und einem geschlechtsreifen Männchen besteht. Als Vater kam also nur Budi in Frage, der mit Maja zusammenlebt. Trotzdem führte der Zolli den Test routinemässig durch. Padma wurde eine Speichelprobe genommen, die mit denen der anderen Affen abgeglichen wurde.

Romanze am Gitter

Als die Testresultate vom Labor ankamen, war die Überraschung gross. Der Vater von Padma war nicht Budi, sondern Vendel. Das überraschte, weil es das erste Mal ist, dass der Vater eines jungen Orang-Utans nicht aus der Gruppe stammt, in der die Mutter lebt.

Maja und Vendel hätten sich ab und zu am Gitter getroffen. Von Budi und den Tierpflegern unbemerkt, kam es da zur Paarung der beiden. Maja sei wohl vom schönen Gesicht von Vendel beeindruckt gewesen und hätte seinen Backenwülsten nicht wiederstehen können, teilt der Zoo Basel mit. Vendel ist das «Backenwülster-Männchen» im Zolli — sprich, der an seinen ausladenden Backenwülsten erkennbare und dominante Orang-Utan des Männertrios. 

Auch in der Natur sei es so, dass Weibchen die Männchen mit möglichst ausgiebigen Backenwülsten bevorzugen. Orang-Utans haben die niedrigste Fortpflanzungsrate unter den Grossen Menschenaffen. Das trägt unter anderem dazu bei, dass sie zu den am stärksten bedrohten Affenarten gehören.