Schöner Spass

Oris präsentiert Monk-Uhr als Hommage an die Jazz-Ikone

Eine gefreute Sache für Oris-Chef Ulrich Herzog (r.): Endmontage von Oris-Uhrwerken in Hölstein.

Eine gefreute Sache für Oris-Chef Ulrich Herzog (r.): Endmontage von Oris-Uhrwerken in Hölstein.

Die Monk-Uhr hat zwischen «10» und «12» elf Markierungen – ein Tribut an einen grossen Jazzer. An der Baselworld stellt Oris auch eine neue Rennsport-Uhrenkollektion vor.

Es ist der Job der Uhrenhersteller: jedes Jahr eine neue Idee. Eine möglichst Gute, eine Originelle. Vielleicht sogar eine Innovation. Oris ist das in den vergangenen Jahren gut gelungen. Auf ihre Taucher- und Fliegeruhr mit einem Tiefen- respektive Höhenmesser hat der Uhrenhersteller in Hölstein sogar Patente. Und 2014 gab es Grund zu feiern: Seit 110 Jahren stellt das Schweizer Unternehmen mechanische Uhren her. Um diesen Anlass gebührend zu zelebrieren, lancierte Oris ein neues Uhrwerk Kaliber 110 mit 10-Tage-Gangreserve und einer nicht linearen Anzeige der Gangreserve. «Das hat viel mehr ausgelöst, als wir dachten», sagt Ulrich W. Herzog, CEO der Oris. An der diesjährigen Baselworld präsentiert Oris die Kaliber 111 mit einem weiterentwickelten Werk. Die neue Uhr markiert für Oris den nächsten Schritt in der Entwicklung eigener Uhrwerke. In Basel wird zudem eine neue Rennsport-Uhrenkollektion vorgestellt.

Oris führt auch eine eher historisch orientierte Linie. Das neuste Stück ist eine Hommage an die Jazz-Ikone Thelonious Monk, der sowohl rhythmisch wie harmonisch sehr eigenwillig war – und durchaus komisch. Deshalb leistete sich Oris mit der soeben präsentierten «Thelonious Monk Limited Edition» ein Spässchen: Die letzten zehn Sekunden sind auf dem Zifferblatt mit 11 Strichen notiert – es ist eine Sekunde zu viel!

Der doppelsinnige Spass zeigt sich auch darin, dass eine Sekunde sowohl eine Zeiteinheit ist, wie auch ein musikalisches Intervall. Die akustische Sekunde erzeugt Reibung, Spannung, den Wunsch nach Auflösung.

Druck aufgrund starken Frankens

Ausserdem kontrastiert das puristische Design der Uhr mit der fröhlich-anarchistischen Spiel- und Kompositionsweise des alten Meisters. «Der Zeitmesser weist ausserdem eine ungewöhnliche Anordnung von 11 Minutenindizes zwischen 10 und 12 Uhr auf – ein Tribut an Monks dissonante Technik», fügt Oris-Region-Manager Rico Steiner hinzu. Schön wäre es gewesen, wenn der Sekundenzeiger auch 11 Mal stoppen würde. Er tut es nicht. «Technisch wäre eine solche Komplikation möglich gewesen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis hätte nicht mehr gestimmt», erklärt Steiner.

Auch Oris spürt die Problematik des starken Frankens. «Die Aufhebung der Euro-Bindung war auch für uns ein Schock. Aber trotzdem, dank unseren Innovationen und der Art, wie wir aufgestellt sind, werden wir das Jahr sicherlich meistern», sagt Ulrich Herzog. Rund die Hälfte des Umsatzes macht Oris in Asien. Aber auch dort ist der Schweizer Franken stark, vor allem, weil der japanische Yen sank. «Die Touristen in der Schweiz schauen die Preise jetzt doppelt so gut an wie früher. Aber wir werden den Rhythmus wieder finden.»

Für die Baselworld hätten sich sehr viele Händler angemeldet, die einen Gesprächstermin mit Oris haben wollen. «Wie viel die Detaillisten schliesslich bestellen, wissen wir allerdings noch nicht.» Die Stimmung sei gut. Auch die Baselworld selbst sei sehr gut angekommen. «Das Interesse von Journalisten ist ebenfalls enorm. Ich hatte noch nie so viele Interviewanfragen.»

Personal wurde aufgestockt

Oris hat den Personalbestand seit 2013 von 115 auf 135 aufgestockt. Auch in Hölstein, wo knapp die Hälfte des Personals arbeitet, hat sich die Zahl etwas erhöht. Neu dazugekommen sind Vertriebsorganisationen in Taiwan und Mexiko.

Uhrwerklieferanten sind Sellita und teilweise ETA (Swatch, Grenchen). Neu ist, dass das Kaliber 110-Werk vollständig von Oris selbst entwickelt wurde. «Rund 30 Komponentenhersteller im Jura liefern nach unseren Spezifikationen die Teile. Das ist absolute High-Mech-Qualität – das macht wirklich Freude», sagt Herzog begeistert. Die Montage erfolgt mehrheitlich in Hölstein, aber auch bei sogenannten Termineuren im Tessin und im Wallis.

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