Es ist völlig klar: Mit knapp 4,4 Millionen Passagieren und einem Marktanteil von 60 Prozent ist Easyjet mit Abstand die wichtigste Fluggesellschaft auf dem Euro-Airport (EAP). Und in absoluten (Passagier-)Zahlen legt sie auch am meisten zu. Doch es gibt eine, die holt kräftig auf: Wizz Air. Die Fluggesellschaft hat Basen auf 27 Flughäfen in Osteuropa. So sind in Basel seit wenigen Jahren Belgrad, Sofia, Warschau Skopje, Nis, Tuzla und einige andere Destinationen auf dem Balkan zu erreichen. Wizz Air legte im vergangenen Jahr 33 Prozent zu, überflügelte mit 320 000 Passagieren Lufthansa, British Airways und Air France. Und sie schwang sich damit in Basel auf den zweiten Platz. Kunden dürften vor allem Gastarbeiter und deren Familien sein. Der Marktanteil von Wizz Air beträgt aber lediglich vier Prozent.

Neuer Passagierrekord

Insgesamt verzeichnete der Flughafen mit 7,3 Millionen Passagieren einen neuen Rekord, wie Direktor Matthias Suhr am Mittwoch an der Jahresmedienkonferenz bekannt gab. Das Wachstum schwächte sich allerdings von acht auf vier Prozent ab. Die Terroranschläge in der Türkei liessen die Passagierzahlen zu diesen Destinationen einbrechen. Auch nordafrikanische Ferienziele waren schwach frequentiert. Seit 2013 ist der Verkehr nach Marokko, Ägypten und Tunesien 50 Prozent eingebrochen. Umgekehrt haben Flüge nach Barcelona, Porto und Amsterdam zugelegt. Die Zahl der Flugbewegungen stieg insgesamt aber nur um ein Prozent, was auf den Einsatz grösserer Flugzeuge zurückzuführen ist.

Im Vergleich zu 2015 blieb das Frachtgeschäft mit einem Gesamtvolumen von 101 300 Tonnen auf dem Niveau des Vorjahrs. Die Luftfracht (Vollfracht und Expressfracht) stieg gesamthaft um 12 Prozent auf rund 55 000 Tonnen. Der Anteil des Luftfracht-Ersatzverkehrs (Luftfracht in Camions) sank hingegen um 11 Prozent auf rund 46 000 Tonnen. Verantwortlich für diesen Rücklauf sind der stetig wachsende Kostendruck und die weitere Verschiebung der Luftfracht zur Seefracht.

Neue Nachtlärm-Taxen

Mit dem Ziel, die Lärmemissionen zu reduzieren, wird ab 1. April der Zuschlag für Starts und Landungen zwischen 22 und 23 Uhr um einen Viertel und zwischen 23 und 24 Uhr um die Hälfte erhöht. Des Weiteren wird es einen Zuschlag von 50 Prozent auf die Landegebühr für Grossraumflugzeuge mit mehr als 200 Tonnen geben, die zwischen 23 und 24 Uhr landen. Die Flughafendirektion geht davon aus, dass die kostenbewussten Fluggesellschaften damit einen Anreiz haben, Flüge in die früheren Abendstunden vorzuverlegen.

Insgesamt erwartet der Euro-Airport einen Zuwachs im Passagierverkehr zwischen 3 und 4 Prozent auf rund 7,6 Millionen. Auf einigen bestehenden Strecken wird das Angebot weiter ausgebaut, beispielsweise mit Eurowings nach Palma. Der Flughafen erweitert sein Streckennetz zudem um fünf neue Destinationen: Biarritz und Dubrovnik mit Easy-Jet, Jersey und Sylt mit Skywork Airlines und Osijek mit Wizz Air. Ibéria fliegt als neue Airline täglich nach Madrid und von dort zu weiteren Zielen und Südamerika.

Ausserdem wurde bekannt, dass der Flugzeug-Innenausstatter Jet Aviation den Bau eines weiteren Hangars plant.