Basel wird zum Nabel der Weltpolitik. Die Aussenminister der 57 OSZE-Mitgliedsstaaten werden sich 2014 im Congress Center bei der Messe treffen.

Der Gipfel findet zwar erst im Dezember in einem Jahr statt, doch die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren. Denn: Es kommen nicht nur die Politiker, sondern auch ihre Entourage. B

ei Grossnationen wie den USA oder Russland sind das schnell einmal 100 Leute. Ausserdem wird gleichzeitig wie das Ministerratstreffen eine Parallelveranstaltung für Nichtregierungsorganisationen (NGO) stattfinden.

Es wird also ein Grossanlass, der punkto Logistik und Sicherheit höchsten Anforderungen genügen muss. In der Schweiz verfügen nur gerade zwei Städte überhaupt über die notwendige Infrastruktur: Basel und Genf. Die Schweiz übernimmt 2014 den Vorsitz der OSZE. Der Bundesrat hat deshalb entschieden, den Gipfel in Basel durchzuführen.

Anlass kostet Basel 2,8 Millionen

Basel hat sich aber auch aktiv um den Gipfel beworben. Für Regierungspräsident Guy Morin wird der Grossanlass ein wichtiges Zeichen nach innen und aussen senden.

Beim Kanton für die Organisation zuständig ist Staatsschreiberin Barbara Schüpbach. «Wir setzen auf Lokalkolorit. Die Konferenz findet in Basel statt, und das soll man auch merken. Wir wollen die städtische Schweiz zeigen, Raclette gibts diesmal nicht», sagt sie.

Der Anlass wird Basel etwa 2,8 Millionen Franken kosten, davon rund 2 Millionen für die Sicherheit. Insgesamt wird der Anlass fast 20 Millionen Franken kosten, wovon der Bund einen Grossteil übernimmt.

Schüpbach ist überzeugt, dass sich der knapp viertägige Anlass für Basel lohnen wird. «Man verbindet die Konferenz immer eng mit der Stadt, in der sie stattfindet», sagt sie, «Letztes Jahr fand das Treffen in Dublin statt. In der Wahrnehmung der Menschen war das die Konferenz von Dublin, nicht von Irland.»

Profitieren dürfte auch die hiesige Wirtschaft, etwa Hotels, Restaurants oder Fahrdienste. Für das Unterkunftsmanagement ist Basel Tourismus zuständig.

Diplomatisches Fingerspitzengefühl

Von den Aussenministern wird die Bevölkerung kaum etwas mitbekommen. Diese dürften während ihres Aufenthaltes streng abgeschirmt werden.

Überhaupt erfordert ein solcher diplomatischer Topanlass viel Fingerspitzengefühl. So ist etwa von Bedeutung, wer zuerst reden darf: die USA oder Russland. «Aussenminister Didier Burkhalter wird die grosse Kunst beherrschen, eine gute Stimmung hinzubekommen», gibt sich Schüpbach überzeugt.

Zu spüren bekommen wird man in der Stadt aber mit Sicherheit die Sicherheitsmassnahmen. Basel dürfte zur Hochsicherheitszone werden. Der Bundesrat will 5000 Soldaten einsetzen können. Das Kommando wird bei der Kantonspolizei Basel-Stadt liegen. Auch dort laufen bereits die Vorbereitungen. Wenn die Weltpolitik in Basel zu Gast ist, wird nichts dem Zufall überlassen.