Palazzo Colombino

Palazzo Colombino - Das Theater, das den Charme nach Basel bringt

Das Variété-Theater begeistert auch dieses Jahr wieder mit kulinarischen Köstlichkeiten in einem umwerfenden Ambiente. Das Menü wird von einem artistischen Programm umrahmt. Es ist bereits die zwölfte Ausgabe des weihnachtlichen Gourmet-Theaters.

Rotsamtene Wände mit Spiegeln, prächtige Kronleuchter und Kerzenständer wohin man schaut: Der Gang durch die Tore des «Théâtre du paradis»-Zelts auf der Rosentalanlage ist der Gang in die Welt der 20er-Jahre und des edlen Ambientes. Stand man soeben noch auf der kargen Kiesfläche vor dem Messeturm, so ist man nun von unzähligen jungen Kellnerinnen und Kellnern umgeben, die emsig herumwirbeln und den Gästen Champagner servieren.

Bereits zum zwölften Mal gastiert das weihnachtliche Gourmet-Theater Palazzo Colombino in Basel, wie Veranstalter und Act Entertainment-Chef Thomas Dürr bei seiner Eröffnungsrede verkündet. Dann geht das Spektakel auch schon los: Die Singing Waiters, die Showgruppe des Abends, heissen die Gäste in der Zeltmitte mit einem feierlichen Lied willkommen. Die Kostüme glitzern, Pianist Tomasz Krol haut in die Tasten und die Stimmung des Publikums an den weiss gedeckten Tischen ist ausgelassen. Durch das Showprogramm führt der Berner Comedian Coperlin, der als tollpatschiger Zauberer die Sympathien des Publikums gewinnt und seinem komödiantischen Kollegen John Fealey, der sich als Spitzenkoch ausgibt, einen Schritt voraus ist. Letzterer ist zwar durchaus unterhaltsam, zielt mit seinen Sprüchen aber oftmals so direkt unter die Gürtellinie, dass das Lachen der sonst so amüsierten Frauen am Nachbartisch ziemlich bescheiden ausfällt.

Black Tiger zur Vorspeise

Nichtsdestotrotz ist der Abend ein voller Erfolg. Besonders der zweite Gang, die Garam-Masala-Suppe mit Black-Tiger-Spiesschen – natürlich aus Crevetten; die Assoziation mit dem gleichnamigen Basler Rapper ist wohl etwas unpassend – aber dennoch eine Freude für den Gaumen. Gelungen ist auch das Konzept des stetigen Wechsels zwischen einer Mahlzeit und artistischen Einlagen: Mit dem Nachgeschmack der letzten Speise und ohne knurrenden Magen lässt es sich wohlig zurücklehnen und die einzelnen Darbietungen geniessen. Dabei sind wohl auch einige froh, nicht an einem der Tische in der Zeltmitte zu sitzen. Die Interaktion mit den Zuschauern ist nämlich regelmässig ins Programm eingeflochten und die Auserwählten dürfen keine Scheu zeigen, wenn sie von Fealey unter anderem auch zum Strippen animiert werden.

Ein Genuss für die Sinne

Noch vor der Hauptspeise übertrumpfen sich die Artisten gegenseitig. Der Italiener Devid Robert springt auf derart wackligen Turmkonstruktionen Seil, dass die Gäste erlöst klatschen, wenn der geschickte Mann wieder sicheren Boden unter den Füssen hat.

Eines der unbestrittenen Highlights des Abends ist auch Akrobatin Sheila Nicolodi, die Schwester von Gastgeber Coperlin, die sich mit beeindruckender Leichtigkeit an einer Pole-Dance-Stange hochschwingt und das Publikum minutenlang in ihren Bann zieht.

Doch auch aus kulinarischer Sicht steigert sich der Abend kontinuierlich. Der von Chefkoch Peter Moser vom Restaurant «Les Quatre Saisons» zubereitete Hauptgang mit Kalbsrücken und Risotto lässt höchsten bei den vegetarischen Gästen unter den 200 Personen im Spiegelzelt einen Wunsch übrig. So ist der Abend ein Genuss für die Sinne – und zwar für alle. Nach dem Schlussapplaus scheint es jedenfalls niemand eilig zu haben. Die Gäste bleiben sitzen und trinken langsam den letzten Schluck Rotwein – so, als wollten sie im reich geschmückten Zelt noch so lange wie möglich dem hektischen Vorweihnachts-Alltag entfliehen.

Palazzo Colombino gastiert noch bis zum 13. Januar 2013 auf der Basler Rosentalanlage. Weitere Infos unter www.palazzocolombino.ch

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