Wahlen Basel-Stadt

Panische Bürgerliche klopfen bei den Linken an

Hmmm... soll ich oder soll ich nicht? Lorenz Nägelin tritt nochmals an.

Hmmm... soll ich oder soll ich nicht? Lorenz Nägelin tritt nochmals an.

An einen Sieg ihres Kandidaten Lorenz Nägelin (SVP) glauben nicht mal mehr die Bürgerlichen selber. Für den zweiten Wahlgang wollten sie sich auf einen Kuhhandel mit den Linken einlassen.

In gut einem Monat wissen wir, wer Basel ab 2017 regieren wird. Ginge es nach den Bürgerlichen, wäre der Fall jetzt schon klar: Am Montag fragten diese die Basler SP-Präsidentin Brigitte Hollinger an, ob die Linken bereit wären, ihre Kandidatin Heidi Mück (Basta) für den zweiten Wahlgang zurückzuziehen.

Das bestätigt Hollinger auf Anfrage. Im Gegenzug hätten die Bürgerlichen darauf verzichtet, den SVP-Kandidaten Lorenz Nägelin wieder antreten zu lassen. Hollinger sagt, sie sei von der LDP und der SVP angefragt worden. Der Basler SVP-Präsident Sebastian Frehner will davon nichts wissen: «Warum sollten wir das tun?», fragt er nur.

Eine Option für die LDP

Patricia von Falkenstein hingegen bestätigt, eine entsprechende Anfrage gemacht zu haben. «Man sollte immer alle Möglichkeiten durchdeklinieren», sagt die LDP-Präsidentin. Die bürgerliche Wende sei damit aber mitnichten aufgegeben. «Aber wir sind so realistisch, dass wir wissen, dass es nicht gut aussieht.» 

Lange musste Hollinger nicht überlegen: «Wir halten an Heidi Mück fest.» Das habe der SP-Vorstand an der gestrigen Sitzung beschlossen. Man verstehe sich als Team. Ausserdem sei Mücks gutes Resultat auch als Auftrag der Bevölkerung zu verstehen, sie nochmals antreten zu lassen. «Wir wollen, dass die Bevölkerung die Wahl zwischen mehreren Kandidaten hat.» 

Eine Wahl mit Auswahl

Mück hatte im ersten Wahlgang überraschend mehr Stimmen als Lorenz Nägelin erhalten. Daher glauben die Bürgerlichen offenbar selber nicht mehr an Nägelin. Wäre der Kuhandel zustande gekommen, wäre es mit den Bisherigen Baschi Dürr (FDP) und Hans-Peter Wessels (SP) zu einer Wahl ohne Auswahl gekommen. Immerhin wäre so Dürr gesichert gewesen.

Inzwischen ist aber klar, dass auch der zweite Wahlgang spannend wird: Nach dem gescheiterten Versuch, die SP zu einem Kuhhandel zu überreden, haben die FDP und die CVP am Montag beschlossen, an Nägelin festzuhalten. Die Liberalen und die SVP dürften heute Abend folgen. Die Vorstände der Parteien haben sich bereits für Nägelin ausgesprochen.

Die SP wird heute Abend an ihrer Delegiertenversammlung Hans-Peter Wessels für den zweiten Wahlgang nominieren und die Kandidatinnen Mück und Elisabeth Ackermann bestätigen. Ackermann hat die Wahl in den Regierungsrat bereits im ersten Wahlgang geschafft und tritt nun noch einmal für das Amt der Regierungspräsidentin an.

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