Hafenfest
Paradeschiffe grüssen Kapitänin Leuthard

Verkehrsministerin Doris Leuthard ehrt das dreitägige Fest mit ihrem Besuch. In ihrem kurz gehaltenen Grusswort würdigt die «Kapitänin des Landes» die Bedeutung des Hafens für Basel und die Schweiz.

Alan Heckel
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Am Hafenfest kreuzen historische Schiffe auf dem Rhein. An Land singt dazu ein Seemannschor. Martin Töngi

Am Hafenfest kreuzen historische Schiffe auf dem Rhein. An Land singt dazu ein Seemannschor. Martin Töngi

Martin Toengi

Freitag, 17.25 Uhr: An der Kreuzung Hochbergerstrasse/Gärtnerstrasse fährt ein Polizeimotorrad vorbei, gefolgt von zwei schwarzen Limousinen mit Berner Kennzeichen. Die Fenster der Hintertüren sind abgedunkelt. Der Tross fährt weiter bis zur Westquaistrasse und hält an. Bundesrätin Doris Leuthard und eine Handvoll Männer in dunklen Anzügen steigen aus und gehen zur Showbühne, wo die Schweizer Verkehrsministerin das Hafenfest eröffnet. Es ist das erste seit zehn Jahren.

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bz

Das Wochenende hat gerade erst begonnen, das Besucheraufkommen hält sich entsprechend noch in Grenzen. Es riecht zwar nach Magenbrot, Zuckerwatte und gebrannten Mandeln, die meisten Stände und Aussteller warten aber noch auf Kundschaft. Lediglich die Festzelte wie die «Seemannsbaiz», deren Logo bezeichnenderweise ein fröhlicher, betrunkener, torkelnder Matrose ist, sind gut gefüllt. Die Menschen, die bereits um 16 Uhr Zeugen der stimmungsvollen Schiffsparade waren, flüchteten danach wohl vor dem Regen ins Trockene und sind auch dort geblieben, nachdem der Himmel seine Schleusen wieder geschlossen hat.

Nachdem der Schweizer Seemannschor Störtebekers in klassischer Matrosenuniform ein erstes Lied gesungen hat, gehört die Bühne Leuthard. Die von «Radio Basilisk»-Moderatorin Julia Oroszlan als «Kapitänin unseres Landes» angekündigte Bundesrätin spricht in ihrem kurz gehaltenen Grusswort von der Bedeutung des Hafens für Basel und die Schweiz: «Wir haben Grosses vor!» Dann läutet sie dreimal die Schiffsglocke. Alle Schiffe der Parade sowie das Feuerwehrboot grüssen per Horn zurück.

Geld fürs Hafenbecken 3

«Das Hafenfest ist eingeläutet», verkündet die Aargauerin und wünscht den rund 200 Anwesenden «viele gesellige Stunden mit guten Gesprächen». Während sich Leuthard mit ihrer Entourage und vielen geladenen Gästen in Richtung VIP-Zelt aufmacht, singen die Störtebekers zwei weitere Lieder. Ein Mädchen schwingt den Stiel ihrer soeben aufgegessenen Zuckerwatte als Taktstock und richtet danach ihre Augen aufs Feuerwehrboot. Deshalb verpasst es auch den Spruch des Abends, der vom Chorleiter kommt: «Wir treten heute gratis auf, damit der Bund etwas Geld für das Hafenbecken 3 übrig hat.»

Nach und nach füllt sich die Westquaistrasse mit Menschen. Die verschiedenen Bars, Lounges und Imbisse haben allesamt mit der Musikbeschallung angefangen. Auch die Störtebekers haben mittlerweile ihren Hafen für die nächsten Stunden gefunden – natürlich in der «Seemannsbaiz».