Die 1975 eröffnete St. Jakobshalle mit bis zu 9000 Zuschauerplätzen ist die zweitgrösste Veranstaltungshalle der Schweiz. Wichtige Teile sind trotz laufenden Ausbesserungen dringend sanierungsreif, und auch betrieblich ist die Halle nicht mehr konkurrenzfähig. Soweit war man sich auch im Parlament einig.

Die von der Regierung auf rund 86 Mio. Fr. (bei 30 Prozent Unschärfe) geschätzte Sanierung der bestehenden Halle jedoch löste breite Kritik aus, die Informationen genügten nicht. So wollte die SVP mit einer Rückweisung klären lassen, ob nicht doch ein Neubau besser wäre - etwa anstelle des Joggeli-Parkhauses oder auf dem Rankhof.

Bewährte Mischnutzung

GLP und CVP vermissten ein Gesamtkonzept für das ganze St. Jakob- Areal. Die GLP halten aus Prinzip nichts davon, dass der Staat eine Eventhalle baut und betreibt; das sei Privatsache. Demgegenüber machten sich SP, FDP und LDP für die Sanierungs-Projektierung stark: Alle wesentlichen Entscheidungsgrundlagen seien auf dem Tisch.

Die Neubau-Idee sei ein «Luftschloss», warnte Baudirektor Hans- Peter Wessels. Das koste mindestens das Doppelte der Sanierung, und zwei Hallen wären «absoluter overkill». Bei einem Neubau am selben Ort würde die Halle jahrelang fehlen, und ein neuer Standort sei nicht in Sicht - die heutige Halle steht auf Baselbieter Boden.

Erziehungsdirektor Christoph Eymann ergänzte, die bisherige Mischnutzung sei bewährter Konsens; der Breitensport in dieser Halle werde mit Events quersubventioniert. Eine grössere Halle sei mit üblichen Erträgen nicht finanzierbar; am Ende würde der Kanton private Veranstalter subventionieren.

In der Schlussabstimmung kam der Projektierungskredit im Verhältnis zwei zu eins Stimmen durch. Der Baukredit soll in etwa zwei Jahren vorliegen. Bei optimalem Verlauf könnte das Projekt bis im Jahr 2017 abgeschlossen sein. (sda)