Musical

Party, Pomade und Petticoats – Musical «Grease» bringt die 50er-Jahre zurück

Danny trifft die «neue» Sandy und weiss nur noch eine Antwort: «You’re the One That I Want!»Juri Junkov

Danny trifft die «neue» Sandy und weiss nur noch eine Antwort: «You’re the One That I Want!»Juri Junkov

Die deutsche Adaption des Kult-Musicals feierte am Montag in Basel Premiere. Vermisst werden könnte im Musical Theater einzig und allein John Travolta aus der Verfilmung.

«It’s the first day of school, that’s cool», dröhnt es aus einem Radio, im Hintergrund läuft ein Medley der berühmtesten Grease-Melodien. Die beiden Protagonisten Sandy Dumbrowski und Danny Zuko betreten die Bühne und stimmen ein erstes gemeinsames Lied an. Und schon ist es geschehen: Das Publikum wippt mit – der Funke ist übergesprungen.

Mit dieser Szene beginnt das Kult-Musical Grease. Grease, was übersetzt so viel wie «Schmiere» bedeutet und auf die Pomade, mit der männliche High-School-Schüler in den 1950er-Jahren ihre Frisuren in Form brachten, anspielt, ist die am längsten laufende Produktion aller Zeiten am New Yorker Broadway.

Seit Anfang Jahr tourt die deutsche Adaption von David Gilmore durch die Schweiz und anschliessend durch das übrige Europa. Am Montag hiess es im Musical Theater Basel: Vorhang auf für das beliebteste Musical der Welt.

Macho-Macker und Girlie-Getue

Die Geschichte von Grease ist einfach erzählt. Sandy, gespielt von Eva Serrarens, und Danny, verkörpert von Daniel Rakasz, lernen sich im Sommer 1959 in den Ferien kennen und lieben.

Die beiden ahnen nicht, dass sie bald die gleiche Schule besuchen werden. Am ersten Schultag strömen die Jugendlichen wieder in die Rydell High School. Sandy findet an ihrer neuen Schule in den «Pink Ladies», einer Gruppe von Mädchen, gleich am ersten Tag neue Freundinnen und erzählt ihnen von ihrer Sommer-Romanze. Danny, Anführer der Jungs-Gang «T-Birds», prahlt bei seinen Jungs mit seiner Ferien-Eroberung.

Es ist eine typische Momentaufnahme an einer amerikanischen High School der 1950er-Jahre. Die Macho-Macker in Lederjacke auf der einen – das Girlie-Getue mit Petticoat und Pferdeschwanz auf der anderen Seite. Diverse Zufälle, Missverständnisse und die überspitzte Coolness von Danny verhindern lange, dass die beiden endgültig zusammen finden. Erst als sich Sandy einem Umstyling unterzieht, nicht mehr als braves Mädchen von nebenan, sondern als sexy Frau im Lederoutfit daher kommt, wird Danny klar, dass sie es ist – «The One That I Want».

Eine Ode an die 1950er-Jahre

Das Musical Grease ist ein Symbol für eine ganze Generation und die damalige Hochblüte von Rock’n’Roll und Doo-Wops und einem Leben, welches sich auf Frisuren und frisierte Autos konzentrierte.

Das Musical ist aber nicht nur ein Spiegelbild der damaligen Zeit, sondern auch ein Stück mit gleichwohl gefühlvollen und mitreissenden Songs wie «Summer Nights», «Hopelessly Devoted to You» oder «We go Together.» Die gut zweistündige Show begeistert auch mit unglaublichen Choreografien und witzigen – auf Deutsch geführten – Dialogen.

Sehnsucht nach der ersten Liebe

Das abwechslungsreiche Programm begeistert ein Publikum, welches genauso kunterbunt ist wie die Kostüme auf der Bühne. Die Inszenierung lockt Damen und Herren sämtlicher Altersklassen an, und der Grund dafür liegt auf der Hand: das zentrale Thema, die Sehnsucht nach und die Aufregung vor der ersten Liebe, ist zeitlos und betrifft jeden irgendwann einmal.

Und auch wenn Danny-Darsteller Rakasz John Travolta aus der Verfilmung von Grease vermissen lässt und damit die eine oder andere – wohl eher etwas ältere – Dame, enttäuscht, überzeugt der Cast trotz den sehr schlicht gehaltenen Bühnenbildern mit seinem gewaltigen Gesang.

Es zählt einzig - Spass

«Worum es bei Grease wirklich geht, und das mehr als alles andere», sagte der Macher der Originalfassung von 1971, Jim Jacobs, einst, «das ist Spass.» Und genau den hat man während der Show. In diesem Sinne: «A wop ba-ba lu-mop a wop bam boom!»

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