In den vergangenen Jahren eilte der Euro-Airport von einem Passagierrekord zum nächsten. Das war auch 2017 nicht anders, wie die Betreiber gestern an der traditionellen Neujahrsmedienkonferenz verkünden konnten: 7,9 Millionen Passagiere reisten über den Flughafen, was einem Wachstum von acht Prozent entspricht und damit einer Verdoppelung der Zuwachsrate gegenüber dem Vorjahr.

Die Anzahl der Flugbewegungen blieb derweil stabil, was bedeutet, dass grössere Flugzeuge zum Einsatz kamen oder die Maschinen besser ausgelastet waren. Flughafendirektor Matthias Suhr sprach denn auch von einer «positiven Entwicklung». Die Überraschungen blieben aus: Mit einem Marktanteil von 59 Prozent ist Easyjet mit Abstand die stärkste Airline am Euroairport, vor Wizz Air (6 Prozent) und Lufthansa (4 Prozent). Im Frachtgeschäft konnte zudem eine Steigerung um knapp 11 Prozent auf rund 112 000 Tonnen verzeichnet werden.

Im 2018, so viel steht schon fest, wird die Marke von acht Millionen Passagieren erstmals überschritten; fünf neue Destinationen, unter anderem Athen und Wien, sind auf den Sommerflugplan angekündet, es dürften noch mehr werden. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Infrastruktur des Flughafens nicht mehr ausreichen und ein Ausbau nötig wird. «Wir platzen aus allen Nähten,» sagte Suhr. Er kündete ein «Investitionsprojekt» an, das derzeit im Verwaltungsrat diskutiert würde.

Der Direktion des Flughafens war trotz des erneuten Passagierrekords und dem voraussichtlich guten Betriebsergebnis – es wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben – nicht zum Feiern zumute. In einem mehrminütigen Monolog ging Suhr auf die volkswirtschaftliche Bedeutung des Flughafens ein, betonte etwa, dass der Euro-Airport mit 6 400 Arbeitsplätzen zu den wichtigsten Arbeitgebern im Dreiländereck gehört. Dies aus dem Grund, weil sich der Flughafen derzeit in der Defensive sieht, oder wie es Sprecherin Vivienne Gaskell vor wenigen Wochen ausdrückte: «Wir stehen enorm unter Druck.»

Eine neue Dimension

Druck kommt von den Anrainerverbänden, die sich neuerdings zu einer Stimme formiert haben. Sie fordern drastische Massnahmen, um die in Lärmbelastung im Süden und Südwesten des Flughafens zu verringern. Die Forderungen sind zwar alt, aber durch den Zusammenschluss erhalten sie eine neue Dimension. «Das Thema beschäftigt uns stark», sagte Suhr vor den Medienvertretern. Er liess es sich nicht nehmen, anhand von Grafiken aufzuzeigen, dass die Nordstarts und -anflüge gegenüber den verhassten Südstarts und -anflügen auch in der sensiblen Zeit zwischen 23 und 24 Uhr in einer deutlichen Überzahl sind.

So landeten im 2017 848 Maschinen auf der Nordpiste, gegenüber 44 auf der Südpiste.
Suhr wird sich in diesem Jahr nicht nur über einen neuen Passagierrekord freuen können. Er wird, so sind sich Branchenkenner sicher, auch viel Überzeugungsarbeit leisten müssen.