Es stand nicht zwischen den Zeilen. Aber doch am Rand – leicht zu übersehen. Dabei ist es als eine kleine Sensation zu werten, was am Freitag im Zusammenhang mit den Entflechtungs-Massnahmen in Muttenz publik wurde: Die SBB werden die alte Personenunterführung am Bahnhof SBB reaktivieren. Nur noch mit einem Ein- und Ausgang statt zwei, demjenigen in Richtung Centralbahn-Platz, und nur zu bestimmten Zeiten. Doch für die Pendler sind das erbauliche Aussichten – die Passarelle ist zu Stosszeiten hoffnungslos überlastet.

Die Wiedereröffnung gehört zu einem von sechs Massnahmeblöcken, um den Viertelstunden-Takt zwischen Basel und Liestal möglich zu machen. Die Unterführung wurde geschlossen, als die Passarelle darüber in Betrieb genommen wurde. Das war im Jahr 2003. Siebzehn Jahre danach, 2020, sollen also wieder Passanten durch den Untergrund strömen.

Obwohl: Verriegelt oder zugemauert war der Stollen nie. Die SBB nutzten die Gänge weiterhin als Service-Tunnel, etwa für Warentransporte. Den Bahnpassagieren jedoch war es nach 2003 nicht mehr erlaubt, die Auf- und Abgänge zu betreten. Die Rampen wurden 2003 auch verengt, um auf den Perrons mehr Platz zu schaffen. 

Nur ein Ausgang

Auch jetzt bleibt die Unterführung nicht in ihrer gesamten Länge nutzbar. Laut SBB wird lediglich der Ausgang in Richtung Centralbahn-Platz geöffnet, und auch er nur während der Stosszeiten.

Den früheren Aufgang zum Bahnhofs-Vorplatz selber gibt es aber gar nicht mehr. So müssen die Passanten die Rampe beim Gleis 4 benutzen. Immerhin gelangen sie so direkt in die Schalterhalle. Auf der Gundeldingerseite nutzen die Läden den Stollen als Zubringertunnel. Dieser Ausgang wird weiterhin nicht begehbar sein. 

Die Überbrückungsmassnahme bleibt in Kraft, bis die neue Unterführung in Betrieb genommen wird. Das ist kaum vor 2028 der Fall. Laut jüngsten Plänen soll es aber gar keine neue Unterführung geben – stattdessen würde die Margarethenbrücke verbreitert und mit den Perrons verbunden.