Nachdem die Rennbahnklinik in Muttenz seine Ausstellung schon eine Woche nach der Vernissage vorzeitig abbrach, reagierte Beat Ted Hannemann prompt. Der Basler Künstler verschickte gestern ein Mail mit dem Betreff «Zensur» an verschiedene regionale bis internationale Medien. Darin heisst es, dass mit dem Abbruch der Ausstellung seine künstlerische Freiheit eingeschränkt worden sei.

Negative Rückmeldungen der Patienten

Die Gemälde, die in der Klinik hingen, sind Karikaturen: Unter dem Titel «... einfach Köpfe» stellte Hannemann verschiedene Porträts aus. «Wenn ich in einer Stadt in der
U-Bahn Gesichter sehe, dann bekomme ich einen Eindruck dieser Leute». Diese Impressionen aus verschieden Teilen der Welt bringt der Künstler dann in Form von künstlerisch verzerrten Köpfen auf die Leinwand.

«Die Rückmeldungen der Patienten zu den Bildern waren überwiegend negativ» nennt Klinikdirektor Rolf Hochuli als Grund für die aufgehobene Ausstellung. Die Bilder hätten zudem nicht in eine Sportklinik gepasst. Dass dies alles ist, kann Hannemann nicht glauben: «An anderen Ausstellungsorten konnte ich meine Bilder ohne Probleme zeigen.» Auch habe er die Ausstellung im Voraus genau mit den Verantwortlichen besprochen und deren Einverständnis zugesichert bekommen. So seien bei ihm falsche Erwartungen geweckt worden. Er stelle die Bilder nun anderweitig aus.