Wirtschaft

Paukenschlag: Direktor Franz Saladin kehrt Handelskammer beider Basel den Rücken

Franz Saladin verlässt die Handelskammer beider Basel.

Franz Saladin (50) war unter anderem bei Novartis tätig und leitete später in der Handelskammer beider Basel den Politikbereich Life Sciences, Energie und Umwelt. Nach einer kurzen Zeit als Direktor von Basel Area, der Wirtschaftsförderung beider Basel wurde er Direktor der Handelskammer.

Franz Saladin verlässt die Handelskammer beider Basel.

Der Direktor der Handelskammer beider Basel, Franz Saladin, verlässt den Verband nach sechseinhalb Jahren per sofort. Die Handelskammer ist eine der wichtigsten Schnittstellen zwischen Wirtschaft und Politik in der Region Basel.

«Es gibt überhaupt kein böses Blut», versichert Franz Saladin. Dennoch hat der 51-Jährige heute überraschend bekannt gegeben, die Handelskammer beider Basel (HKBB) nach knapp sieben Jahren zu verlassen – und das per sofort. Die operative Leitung wird interimistisch vom stellvertretenden Direktor Martin Dätwyler wahrgenommen.

Er gehe «aus einer Position der Stärke» heraus, betont Saladin. Dass er seine Stelle per sofort verlasse, sei in einer solchen Position gang und gäbe. «Man kann einen solch zukunftsgerichteten Verband nicht als ‹lame duck› führen. Da muss man konsequent sein. Das geht dann innerhalb von zwei bis drei Stunden über die Bühne.»

Chance für Neuausrichtung

Das bestätigt Elisabeth Schneider-Schneiter. «Wir sind auch erst am Dienstag informiert worden und waren auch etwas überrascht», sagt die HKBB-Präsidentin. Nun soll Saladins Nachfolge rasch aufgegleist werden. «Das ist natürlich auch die Chance für eine Neuausrichtung», findet Schneider-Schneiter. «Das geht nicht, solange der bisherige Direktor noch im Amt ist. So etwas muss man unbefangen angehen können.»

Bürgerliche Politiker setzen einige Hoffnungen in den Neuanfang. Saladin hatte sich besonders bei den Freisinnigen Feinde gemacht, als er 2015 eine Lanze für den Baselbieter SP-Ständerat Claude Janiak brach. Das, obwohl auch die Baselbieter FDP, bei der Saladin vier Jahre zuvor als Nationalrat kandidiert hatte, einen Sitz im Stöckli anstrebte. FDP-Landrat Andreas Dürr warf der Handelskammer zudem vor, sich in die schöngeistige Welt der Abstraktion zu flüchten, wenn man sie brauche. Zwar habe sich das Engagement für die «kleine» Baselbieter Landratspolitik in letzter Zeit verbessert. Doch bedauern will Dürr den Abgang Saladins nicht. «Im Zweifel wird es zukünftig eher besser», sagt er.

Saladin hat nicht ins Blaue hinein gekündigt. «Ich habe verschiedene Pfeile im Köcher», versichert er. Noch gebe es aber nichts Spruchreifes. Zuerst geht es nun für zwei Wochen in die Skiferien.

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