Die Basler Hotellerie ist überraschend stark ins 2015 gestartet: Trotz Frankenstärke registrierten die Hotels zwischen Januar und März acht Prozent mehr Logiernächte als im ersten Quartal im Vorjahr. Bemerkenswert ist insbesondere das überdurchschnittliche Wachstum bei Gästen aus dem europäischen Ausland (+10,9 %). Erfreulich ist zudem, dass erstmals seit langem die Zahl der Übernachtungen von Touristen aus Deutschland – dem wichtigsten ausländischen Markt überhaupt – wieder zunehmen. Tourismusdirektor Daniel Egloff führt dies auf zwei aktuelle Publikumsmagnete zurück: Die «Gauguin»-Ausstellung in der Fondation Beyeler sowie das Musical «Lion King» im Musical-Theater locken scharenweise Gäste aus Deutschland (und freilich auch anderen Ländern) ans Rheinknie.

Beides seien Veranstaltungen mit Alleinstellungsmerkmal, sagt Egloff. Dies relativiere den Einfluss des starken Frankens. «Die Gauguin-Ausstellung gibt es nur hier in Basel. Demgegenüber ist es nicht ganz so entscheidend, ob man seine Skiferien in den Schweizer Bergen oder in Österreich verbringt», veranschaulicht er. Prozentual sehr stark zugelegt haben die Märkte Frankreich (+22,2 %), Grossbritannien (+18,3 %) und die USA (+17,1 %). Unterdurchschnittlich gewachsen ist hingegen die Anzahl der Logiernächte von Schweizer Gästen (+2 %). Laut Egloff liegt dies in erster Linie am Veranstaltungskalender: dem Fehlen der Swissbau im 2015.

Neue Hotels beflügeln das Wachstum

Teilweise ist das Gästewachstum auch darauf zurückzuführen, dass die Stadt wegen neuer Hotels die Übernachtungen während der Uhren- und Schmuckmesse Baselworld stärker selber abschöpfen kann. Mit anderen Worten: Basel verliert in dieser für die Hotellerie wichtigsten Zeit des Jahres weniger Gäste an das Umland. Für den einzelnen Hotelier bedeutet diese generelle Mengenausweitung freilich nicht unbedingt eine höhere Rendite. Bei Basel Tourismus hat man zudem festgestellt, dass der Run auf die Hotels während der Uhren- und Schmuckmesse zuletzt nicht mehr so gross wie in früheren Jahren war. Neben der Zunahme der Hotelbetten dürfte dafür auch das boomende Angebot im Airbnb-Bereich verantwortlich sein.