Die Pensionskasse Basel-Stadt (PKBS) begründet den Schritt mit veränderten Bedingungen an den Anlagemärkten - der technische Zinssatz enthält auch Erwartungen zur künftigen Performance. Er sei nötig, "um die finanzielle Stabilität der PKBS auch in Zukunft zu sichern". Für 2016 hatte die PKBS im Jahresbericht eine Performance von 4,02 Prozent ausgewiesen.

Die Senkung des technischen Zinssatzes auf 2,5 Prozent erhöhe das Vorsorgekapital für die Renten um rund fünf Prozent. Dies wiederum reduziert den Deckungsgrad - je nach angeschlossenem Vorsorgewerk - um geschätzte zwei bis drei Prozent, wie es weiter heisst. Per Ende 2016 war der PKBS-Deckungsgrad insgesamt bei 97,5 Prozent gelegen.

Umwandlungssatz 0,36 Punkte tiefer

Die PKBS wechselt überdies ihre Versicherungsgrundlagen vom Stand "VZ 2010" auf "VZ 2015", dies ebenfalls per 2019. Dank eines sehr guten Risikoverlaufs bei den aktiven Versicherten werde somit eine Senkung der Risikobeiträge um durchschnittlich 15 Prozent möglich.

Indes gehen die neueren Grundlagen auch von längerer Lebensdauer aus. Die PKBS habe Rückstellungen getätigt: ein halbes Prozent pro Jahr bei den Sparkapitalien der Aktiven und den Vorsorgekapitalien der Rentenverpflichtungen. Zwischen 2010 und 2015 sind so 2,5 Prozent zusammengekommen, die nun aufgelöst werden sollen.

Die Senkung des technischen Zinssatzes sowie die Aktualisierung der rechnerischen Grundlagen machen laut PKBS indes auch eine Senkung des Basis-Umwandlungssatzes nötig: Heute steht der Umwandlungssatz der PKBS im Alter 65 bei 5,80 Prozent; versicherungstechnisch betrachtet sinkt er nun auf 5,44 Prozent.

Arbeitgeber können abfedern

Die Senkung des Umwandlungssatzes bedeutet an sich eine Kürzung der neuen Renten. Doch um Rentenkürzungen bei der Pensionierung zu vermeiden oder abzufedern, stellt die PKBS ihren Vorsorgewerken - 70 Arbeitgeber mit rund 22'500 Aktiven und 15'600 Rentnern sind angeschlossen - drei "alternative Umwandlungssatzmodelle" zur Verfügung.

Heute bieten die meisten angeschlossenen Arbeitgeber, darunter auch das teilkapitalisierte Vorsorgewerk Staat, eine vergünstigte vorzeitige Pensionierung und eine versicherte Überbrückungsrente. Die Einsparungen bei den Aktiven-Risikobeiträgen geben auch mit der Umstellung per 2019 den Vorsorgewerken Spielraum für "attraktive Lösungen".

Die Senkung des Umwandlungssatzes erfolgt ab 2019 schrittweise bis 2021. Sie sei mit Übergangsregelungen "so ausgestaltet, dass sich das Weiterarbeiten lohnt" - Versicherte sollen also nicht in die Frühpension flüchten müssen, die bei der PKBS ab Alter 58 möglich ist. Die laufenden Renten seien von den Anpassungen nicht betroffen.

Frühpension soll bleiben

Für PKBS-Chefin Susanne Jeger ist die Frühpension der "entscheidende Teil" der angekündigten Veränderungen: Die Arbeitgeber müssten insbesondere entscheiden, ob sie vorzeitigen Pensionierungen eine Übergangsrente leisten wollen oder nicht. Unter dem Strich sei das PKBS-Paket eine "ausgewogene Lösung".

Die Vorsorgekommission des Arbeitgebers Staat hat sich noch nicht entschieden. Laut Finanzdirektorin Eva Herzog hat sie die Absicht, jene Modellvariante zu nutzen, die weiter einen Umwandlungssatz von 5,8 Prozent bei der Pensionierung mit 65 Jahren sowie die ganze Überbrückungsrente behält, aber vor 65 den Umwandlungssatz etwas senkt.

Dies sei besser für tiefe Einkommen, erklärte Herzog weiter, da für solche Angestellte die Überbrückung wichtiger sei. Im Klartext sollen Leute mit harten Büezerjobs ohne grosse Einbussen früher in Pension gehen können. Die vergünstigte Frühpension samt Überbrückungsrente mache Basel-Stadt zum sehr attraktiven Arbeitgeber. Das Geld dafür sei im Stadtkanton vorhanden.

Sanierungen unnötig

Im Übrigen hält die PKBS fest, dass die Satz-Anpassungen nicht zu Kassensanierungen führen solle: Angeschlossene Arbeitgeber mit Teilkapitalisierung hätten ausreichende Wertschwankungsreserven, und die Vollkapitalisierten seien per Jahresende bei 103,8 Prozent Deckungsgrad gelegen - unter 100 Prozent wären Massnahmen zu prüfen.

Seit dem 1. Januar 2016 befinden sich alle Vorsorgewerke der PKBS im Beitragsprimat. Sieben davon sind in Teilkapitalisierung. Das Vorsorgewerk Staat verzeichnete im letzten Jahr eine Steigerung des Deckungsgrads um 1,5 Punkte auf 94,7 Prozent.