Es ist Punkt 10 Uhr. Dutzende Jugendliche strömen zusammen mit ihren Lehrern in die Rundhofhalle der Messe Basel, wo Firmen, Vereine, Verbände und Schulen an ihren Ständen warten. Die Jugendlichen orientieren sich schnell auf ihren mitgebrachten Messeplänen und suchen gezielt einzelne Stände auf. Es kommt rasch zu ersten Kontaktaufnahmen. Auch weil die Standbetreiber nach dem Interesse der Jugendlichen haschen. «Natürlich geht es auch darum, die Aufmerksamkeit der Messebesucher auf sich zu lenken», bestätigt Schulbereichsleiter Hugues Hagmann. Er sucht am Stand der Schulen für Technik, Informatik und Wirtschaft künftige Informatiker. «Die Informatik gewinnt auch in anderen Branchen immer mehr an Bedeutung», erklärt Hagmann. Dies wolle man den Jugendlichen während den drei Tagen klarmachen.

Im Gedächtnis bleiben

Und die Informatiker belassen es an ihrem Stand nicht nur bei theoretischen Erklärungen, sondern bieten den Besuchern ein Erlebnis. Eine Achterbahnfahrt mit aufgesetzter Spezialbrille versetzt die Jugendlichen in eine virtuelle Realität. Während der Abenteuerfahrt klären die Standbetreiber die Jugendlichen auf, weshalb gerade der Beruf des Informatikers für sie eine hervorragende Zukunftschance sei. «Wir wollen, dass wir bei den Besuchern im Gedächtnis bleiben», verrät Hagmann. Seit mehreren Jahren sei man an der Basler Berufs- und Weiterbildungsmesse präsent. «Das Engagement lohnt sich. Denn nichts geht über den persönlichen Kontakt.» Diese Erkenntnis trifft branchenübergreifend zu. Auch am Stand der Kantonspolizei Basel-Stadt ist man davon überzeugt. «Das Persönliche in der ersten Kontaktaufnahme kann entscheidend sein», findet Social Media-Managerin Salome Bill. Die Berufs- und Weiterbildungsmesse sei ein wichtiger Ort zum Anwerben möglicher neuer Mitarbeiter.

Bei den hundert Ausstellern auf 7500 Quadratmeter Messefläche gibt es jede Menge schriftliche und mündliche Informationen. An vielen Ständen kann man erste praktische Erfahrungen im jeweiligen Beruf sammeln und so herausfinden, ob die Arbeit einen anspricht.

Alles Wichtige an einem Ort

Die Berufs- und Weiterbildungsmesse ist in den Kalendern der Schulen der Region fett angestrichen. Auch bei der achten Klasse von Julia Cinconze und Jeanne Tschamber aus Therwil. «In dieser Stufe stellen sich die berufliche Weichen. Die Berufs- und Weiterbildungsmesse bietet alle wichtigen Informationen und Möglichkeiten geballt an einem Ort», schwärmen die beiden Lehrerinnen. Auch im Niveau P, von dem die meisten anschliessend ins Gymnasium wechseln, würden sich Schüler für eine Lehre mit anschliessender Berufsmatur interessieren.

Und genau dafür warb gestern Gebewerbeverbands-Direktor Gabriel Barell in seiner Eröffnungsrede. «Auch starke Schüler müssen für eine Berufslehre begeistert werden können. Die Berufslehre darf auf keinen Fall nur als Arbeitsintegration für schwache Schüler gelten.» Barell sieht im «Akademisierungswahn eine Gefahr für das duale Bildungssystem.»

Ulrich Maier, Leiter Mittelschulen und Berufsbildung beim Kanton Basel-Stadt, betonte gleich mehrfach die Bedeutung des persönlichen und direkten Kontakts bei der Lehrstellensuche.

Dafür bietet auch das Rahmenprogramm mehrere Möglichkeiten. So hat sich das Lehrstellen-Speeddating während der Messe, bei dem Jugendliche und Firmenvertreter während vier Minuten ins Gespräch kommen, in den vergangenen Jahren als beliebte Berufs-Kontaktbörse erwiesen. Beim Bewerbungs-Check werfen Personalfachleute ein geschultes Auge auf die eigenen Bewerbungsunterlagen und geben so wertvolle Tipps.