Jugendchorfestivals
Perfektionistische Amerikaner beeindrucken Gymnasiasten

Die Gym-Chöre aus beiden Basel singen bei der Eröffnung des europäischen Jugendchorfestivals vor vollen Rängen und begeistern. Der eingeladene Chor aus New York reisst das Publikum im Stadtcasino schliesslich endgültig aus den Sesseln.

Silvana Schreier
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Das Strassensingen findet auf mehreren Bühnen verteilt durch ganz Basel statt.
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Little Singers of Armenia, Armenien.
Die Jugendchöre Cantat und iVox der Musik Akademie Basel.
Young People's Chorus of New York City, USA.
Die Chöre des diesjährigen EJCF
The Choristers of Jesus College Cambridge, England.
The Choristers of Jesus College Cambridge, England.
Der Jugendchor Moran, Israel.
Student Choir of the Belarus State Academy of Music, Weissrussland.

Das Strassensingen findet auf mehreren Bühnen verteilt durch ganz Basel statt.

ZVG: Andrea Theunert

Das Eröffnungskonzert des europäischen Jugendchorfestivals im Basler Stadtcasino präsentierte Lieder junger Stimmen aus Basel, dem Appenzell, Deutschland, Island, Irland, Armenien und den USA (bz berichtete):

Das Basler Stadtcasino ist bis auf den letzten Platz besetzt. Viele Zuschauer werden nicht mehr reingelassen. Sie betteln und drängeln an allen Eingängen. Schliesslich geben die freiwilligen Helfer des Europäischen Jugendchor Festivals (EJCF) nach. Und öffnen gnädigerweise die grossen Flügeltüren. So gibt es noch wenige Stehplätze zu vergeben, von wo aus man wenigstens mithören, wenn schon nicht zuschauen kann.

Auf der Bühne stehen zusammengepfercht mehr als 300 Gymnasiasten. Die Chöre aus den Basler Gymnasien Bäumlihof und Kirschgarten eröffnen gemeinsam mit denen aus den Baselbieter Gymnasien Liestal, Münchenstein, Muttenz und Oberwil die Matinee. Nach dem stimmgewaltigen Auftakt der vielen Sänger setzen sich fünf der sechs Chöre ins Publikum. Ihrer Konkurrenz hören sie genau zu und brechen nach jedem Stück in rauschenden Applaus aus.

Gym-Chöre zeigen ihr Können

Ein Chor nach dem anderen präsentiert sich auf der grossen und Ehrfurcht gebietenden Bühne des Stadtcasinos. Vom klassischen «Ave Maria» des Gym-Chors Münchenstein über eine neu arrangierte Version des traditionellen Schweizer Liedes «Stets i Truure» des Gymnasiums Liestal bis hin zur Uraufführung des Arrangements von Patent Ochsners Hit «Nussmoosrot» des Gymnasiums Muttenz.

Das Gesangsniveau ist hoch, kein Chor fällt aus der Reihe. Trotz komplexer und anspruchsvoller Stücke singen die Chöre – ausser einem – auswendig. Einige haben aufwendige Choreografien einstudiert. Viele punkten durch gesangliche Präzision. Während vier Chöre wie gewohnt von ihrem Dirigenten geleitet werden, absolvieren zwei ihren Auftritt auf sich alleine gestellt.

Nachdem der letzte Gym-Chor die Bühne verlassen hat, tritt der diesjährige Gastchor Young People’s Chorus of New York City aus den USA auf. In hellblauen Hemden und schwarzen Hosen wirken sie einheitlich, aber trotzdem nicht verkleidet.

Gäste aus den USA beeindrucken

Den Beginn macht ein traditionelles Stück aus Brasilien. Mit Klatschen und Schnippen lassen sie ein Gewitter im Regenwald erklingen. Donner und Platzregen werden vom Publikum begeistert mit Jubelrufen belohnt. Allmählich lässt der Regen schliesslich nach und die Frauenstimmen setzen mit der ersten Strophe ein.

Professionell und perfektionistisch wirken die Amerikaner auf der Bühne. Trotzdem merkt man ihnen die Freude, die Begeisterung und die Leidenschaft an. Ihr ganzes Herzblut steckt in ihrer Performance.

Nach dem brasilianischen Stück folgt reiner Männergesang: 15 Männer tanzen, schauspielern und, natürlich, singen sich bei «Take This Hammer», einem amerikanischen Traditionslied, die Seele aus dem Leib. Die vier Solisten übertreffen sich gegenseitig. Von Problemen mit «singenden Jungs» scheinen die New Yorker nichts zu spüren. Denn im Chor geben ihre «Jungs» den Ton an.

Zusammen mit den Sängerinnen machen sie sich bereit für das letzte Stück. Mit einem Spiritual und gewaltigen Harmonien beeindrucken sie den letzten Skeptiker im Publikum. Dafür gibt es Standing Ovations und lauter Jubel von den Gym-Chören aus dem Saal.

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